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Ein altes Wählscheibentelefon im Wohnmobil. So habe ich es gemacht.
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13.08.26 19:07
Volker 

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13.08.26 19:07
Volker 

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Ein altes Wählscheibentelefon im Wohnmobil. So habe ich es gemacht.

Hallo zusammen,

unter https://elektronikbasteln.pl7.de/ausgedi...umfunktionieren habe ich vor einiger Zeit erklärt, wie man mit einem Wählscheibentelefon drahtlos telefonieren kann. Dazu braucht man einen modifizierten Router als WLAN-Client und eine alte FritzBox als ATA für den Telefonanschluss. Ein Smartphone dient dabei als WLAN-Hotspot, der sich mit dem WLAN-Client verbindet. Man braucht nur eine relativ stabile LTE-Verbindung, die man auch tief im schwedischen Wald vorfinden kann. Das Smartphone muss man eventuell oben an der Dachluke befestigen, um einen besseren Empfang zu erhalten.

In kleinen Wohnmobilen geht es eng zu. Wohin also mit dem Router und der FritzBox? Da kam mir die Idee, alles unter den Lattenrost des Bettes zu verstauen. Da ein Wärmestau entstehen könnte, gleich der Warnhinweis, dass man keine Dauertelefonate wegen des Wärmestaus unter der Matratze führen sollte. Auf gute Belüftung ist zu achten. Eine Verlängerungsschnur ermöglicht sogar das Telefonieren vor dem Wohnmobil. Ich kann es kaum erwarten das mal auf einem Campingplatz auszuprobieren. Mal sehen, wie die Nachbarn gucken werden.





Schwedische Nummernscheiben haben eine abweichende Reihenfolge der Ziffern. Mein Asterisk-Server korrigiert das. Es ist also ein gewisser Aufwand mit einem alten schwedischen Telefon aus dem Wohnmobil heraus zu telefonieren.

Während der Fahrt muss das Telefon sicher verstaut werden. Ein Wechselrichter versorgt die beiden Steckernetzteile mit 230 Volt. Mein Wechselrichter liefert einen "modifizierten Sinus", der kein Sinus ist. Das ist eine Art Rechtecksignal mit kurzen Pausen dazwischen, was Oberwellen erzeugt. Deshalb hört man ein leichtes Brummen beim Telefonieren. Man kann aber damit leben. Schließlich ist es als völlig sinnfreies Spaßprojekt gedacht. Aber ein Nutzen hat es doch. Ein Wählscheibentelefon im Wohnmobil trägt zur Gemütlichkeit bei.

Jetzt könnte ich auch ein Faxgerät im Wohnmobil betreiben. Aber dafür will ich lieber einen größeren Wechselrichter mit einem echten Sinus einsetzen. Allerdings weiß ich nicht wohin mit dem Faxgerät. Und wem soll ich überhaupt ein Fax schicken? Also belasse ich es bei diesem Gedankenspiel.


Viele Grüße Volker

Zuletzt bearbeitet am 13.08.26 19:14

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Ericsson Dialog Camper.jpg Ericsson Dialog Camper.jpg (8x)

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WLAN-Client ATA Camper.jpg WLAN-Client ATA Camper.jpg (8x)

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Axel und apollo gefällt der Beitrag.
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14.08.26 07:13
Reflex-Kalle 

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14.08.26 07:13
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Re: Ein altes Wählscheibentelefon im Wohnmobil. So habe ich es gemacht.

Volker:
Hallo zusammen,

... Und wem soll ich überhaupt ein Fax schicken? Also belasse ich es bei diesem Gedankenspiel.


Viele Grüße Volker

Hi Volker,

mir könntest du ein Fax schicken, weil wir noch funktionsfähig ein Brother MFC-J1010DW Multifunktions-Gerät mit analoger Fax-Funktion haben, was an einer einfachen Fritz!Box 7412 angeschlossen ist, die als Repeater über WLAN mit einer Fritz!Box 7412, die die VDSL-Internetverbindung hat und die Fax-Rufnummer zum Repeater durchreicht, verbunden ist.

Gruß

Kalle (aus Berlin)

14.08.26 08:18
Volker 

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14.08.26 08:18
Volker 

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Re: Ein altes Wählscheibentelefon im Wohnmobil. So habe ich es gemacht.

Hallo Kalle,

so ähnlich mache ich das auch: Eine Brother FAX-2820 ( https://elektronikbasteln.pl7.de/multifu...erschnittstelle ) zusammen mit einer uralten FritzBox 7240 als ATA. Das funktioniert wunderbar. Die FritzBox nimmt die Faxe entgegen und schickt sie mir gleich als PDF per E-Mail zu, dadurch habe ich im Handumdrehen archivierbare Dateien. Versendet wird über meinen Asterisk-Server, der bei mir als Nebenstellenanlage dient.

Das FAX-2820 habe ich fast geschenkt bekommen, weil es in Europa offiziell nur ein reines Faxgerät ist und in Schweden kaum noch jemand damit etwas anfangen kann. Der eigentliche Clou steckt aber woanders: Hinter einer kleinen Abdeckung verbirgt sich ein USB-Druckeranschluss, den der Vorbesitzer offenbar nie entdeckt hat. Bei mir läuft das Gerät inzwischen hauptsächlich als Laserdrucker.

Ja, ich kenne ein paar Leute, die auch noch ein Faxgerät ihr Eigen nennen, zum Testen haben wir schon Faxe ausgetauscht. Über das isolierte Telefonnetz C*NET klappten sogar Verbindungen in die USA und nach Australien. Bei diesen einmaligen Testläufen ist es dann aber auch geblieben. Wenn hier jemand mein Fax sieht, wird nur der Kopf geschüttelt, in Deutschland würden Behörden und Firmen tatsächlich noch mit Faxgeräten arbeiten, das können die Schweden kaum glauben.

Bei uns läuft nämlich fast alles digital. Ich glaube, ich habe seit gut 15 Jahren keine schwedische Bankfiliale mehr von innen gesehen, alle Bankgeschäfte erledige ich online. Über ein Webportal sehe ich meine Patientenakte ein, inklusive Blutwerte der letzten fünf Jahre. Rezepte gibt es nur noch digital, Medikamente bestelle ich online, beim Tierarzt läuft es genauso. Auch das Finanzamt erreiche ich nur noch über ein Webportal, und selbst Lebensmittel kommen mittlerweile online ins Haus. Bargeld sehe ich kaum noch, einen Geldautomaten habe ich seit Jahren nicht mehr benutzt, sogar Zahlungen zwischen Privatpersonen laufen digital über die App Swish, herausgegeben von den schwedischen Banken. Dazu gibt es noch die App "Bank-ID" auf dem Smartphone, mit der man sich eindeutig ausweisen kann, meist reicht ein QR-Code-Scan, und schon ist man im Portal. Alles ziemlich praktisch, muss ich zugeben. Aber ohne "Bank-ID" geht eigentlich nichts. Parkautomaten sind verschwunden. Man braucht in Großstädten 3 bis 4 verschiedene Apps zum Parken. Das ist die negative Seite. Auf jeden Fall kommt man im schwedischen Alltag um ein Smartphone nicht vorbei.

Umso amüsanter finde ich den Kontrast zum alten Wählscheibentelefon im Wohnmobil. In Schweden gibt es sogar eine Facebookgruppe für alte Telefone, dort werden sie aber eher als Sammlerstücke und Deko betrachtet. Für die Technik dahinter interessiert sich fast niemand, so tickt man hier eben.

Viele Grüße
Volker

Zuletzt bearbeitet am 14.08.26 08:18

18.08.26 22:18
Volker 

500 und mehr Punkte

18.08.26 22:18
Volker 

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Re: Ein altes Wählscheibentelefon im Wohnmobil. So habe ich es gemacht.

Hallo zusammen,

inzwischen konnte ich das drahtlose Telefon unter realen Bedingungen auf einem gut besuchten Wohnmobilstellplatz in der Nähe von Säter, Dalarna, ausgiebig testen. Etwa zehn Wohnmobile standen dort in einer Reihe, und viele Urlauber sind an mir vorbeigelaufen und dürften das Telefon gesehen haben. Die meisten reagierten überhaupt nicht, aber einer war sichtlich erschrocken, weil er offenbar nicht damit gerechnet hatte – und grüßte dann freundlich.



Ansonsten war es natürlich ein interessantes Experiment. Die Telefonverbindungen funktionierten einwandfrei, und ich glaube, das Kohlegrießmikrofon ist durch die Vibrationen auf den unbefestigten Schotterpisten sogar noch besser geworden.

Am nächsten Morgen ging es dann eine schwedische Meile (10 km) weiter in Richtung der psychiatrischen Klinik in Säter. Nicht, um meinen geistigen Zustand abklären zu lassen, sondern um das dortige Psychiatriemuseum zu besuchen. Es war der letzte geöffnete Tag der diesjährigen Saison.

In Säter gibt es seit 1912 eine psychiatrische Anstalt, und das dortige Museum berichtet über die Geschichte der schwedischen Psychiatrie. Man lernt einiges über Lobotomie, Elektroschock- und Insulinschocktherapie. Man kommt sich fast vor wie in einem Gruselkabinett.

Und jetzt kommt der eigentliche Höhepunkt. Das ist kein Witz: Im Museum ist eine Telefon-Handvermittlung aus dem Jahr 1912 ausgestellt. Und darunter steht, übersetzt:

„Halluzinationen: Drahtlose Telefonie – aus einer Patientenakte vom 1. Oktober 1912“



Viele Grüße
Volker

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ställplats vid Dammsjön nära Säter i Darlana.jpg ställplats vid Dammsjön nära Säter i Darlana.jpg (1x)

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telefonväxel 1912 Säter.jpg telefonväxel 1912 Säter.jpg

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Gestern 10:28
Volker 

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Volker 

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Re: Ein altes Wählscheibentelefon im Wohnmobil. So habe ich es gemacht.

Hallo zusammen,

ein kleiner, aber nicht ganz unwichtiger Schwachpunkt beim Telefonieren mit einem WLAN-Client und einem ATA im Wohnmobil ist der relativ hohe Stromverbrauch. Um die Größenordnung zu verstehen, muss man zunächst wissen, dass ein Wohnmobil normalerweise zwei getrennte Batteriesysteme hat: eine Starterbatterie für den Motor und eine Wohnraumbatterie für Kühlschrank, Wasserpumpe, Heizung, Beleuchtung usw. Die Wohnraumbatterie kann während der Fahrt über die Lichtmaschine, im Stand über die Solaranlage und auf dem Campingplatz über den 230-Volt-Landstrom geladen werden.

Die Kombination aus FritzBox und Router kommt bei mir auf ungefähr 30 Watt Dauerverbrauch. Das sind immerhin 0,72 kWh am Tag. Ein paar Watt könnte man noch einsparen, wenn FritzBox und Router direkt aus dem 12-Volt-Bordnetz betrieben würden. Allerdings ist die Spannung dort nicht konstant, sodass man das vorher ausgiebig testen müsste.

30 Watt hören sich zunächst nicht nach viel an. Beim Freistehen sieht das allerdings anders aus. Selbst wenn man eine moderne Lithium-Batterie als Wohnraumbatterie hat und beispielsweise 1 kWh nutzbare Kapazität zur Verfügung steht, wäre diese durch die Telefonanlage allein nach gut einem Tag weitgehend aufgebraucht.

Und eine leere Wohnraumbatterie bedeutet im Wohnmobil nicht nur: kein Telefon. Dann läuft auch der Kühlschrank nicht mehr, die Trinkwasserpumpe liefert kein Wasser, die Gasheizung lässt sich nicht mehr betreiben und auch deren Ventilatoren fallen aus. Licht gibt es natürlich ebenfalls nicht mehr. Das kann ausgesprochen unangenehm werden, wenn man beispielsweise einen romantischen Stellplatz mitten im schwedischen Wald erwischt hat – in einer stockdunklen Herbstnacht mit Außentemperaturen um den Gefrierpunkt.

Man kann dann zwar noch den Motor über die Starterbatterie starten. Die Lichtmaschine lädt anschließend die Wohnraumbatterien wieder auf. Bei meinem Wohnmobil stehen dafür etwa 16 Ampere, also rund 200 Watt, zur Verfügung. Allerdings ist es wenig wirtschaftlich und auch nicht besonders angenehm, den Motor längere Zeit im Leerlauf laufen zu lassen.

Bei uns sind drei ältere Blei-Solarbatterien mit jeweils 80 Ah eingebaut. Rechnerisch sind das knapp 3 kWh. Bei Bleibatterien sollte man jedoch höchstens etwa die Hälfte der Kapazität regelmäßig nutzen, weil eine stärkere Entladung die Lebensdauer deutlich verkürzt. Da unsere Batterien schon etwas älter sind, stehen tatsächlich nur noch etwa 1,3 bis 1,4 kWh sinnvoll zur Verfügung. Ganz entladen darf man solche Batterien keinesfalls – damit kann man sie endgültig ruinieren.

Der größte Verbraucher ist bei uns allerdings nicht die Telefonanlage, sondern der 12-Volt-Kompressorkühlschrank. Der benötigt im Durchschnitt etwa 20 bis 30 Watt. Mit Unterstützung durch die Solaranlage kommt man beim Freistehen normalerweise mindestens drei Tage hin. Die Solaranlage liefert bei Sonnenschein im Durchschnitt vielleicht um die 120 Watt und kann damit – abhängig von Jahreszeit, Standort und Bewölkung – in der Praxis bis zu etwa 0,5 kWh pro Tag beitragen.

Wie man auch rechnet: Ohne Landstrom wird es beim längeren Freistehen irgendwann knapp. Das Wählscheibentelefon kann man dann im Grunde nur zum Anrufen benutzen und sollte die Telefonanlage nicht rund um die Uhr eingeschaltet lassen.

Auf einem Campingplatz sieht die Sache dagegen ganz anders aus. Mit einem üblichen 230-Volt-Anschluss von beispielsweise 10 Ampere stehen theoretisch rund 2300 Watt zur Verfügung. Da spielen die 30 Watt für die Telefonanlage kaum noch eine Rolle. Dann kann man auch Heizung und sogar den Haarfön benutzen, ohne ständig auf die Energiebilanz der Batterien schauen zu müssen.

Übrigens wäre es auch einmal interessant, ein Röhrenradio im Wohnmobil zu betreiben. Technisch ist das durchaus machbar, allerdings braucht man dafür entweder Landstrom oder einen Wechselrichter, der einen wirklich sauberen Sinus erzeugt. Und auf dem Campingplatz sollte man mit einem Röhrenradio trotzdem vorsichtig sein: Auch wenn Türen und Fenster geschlossen sind, ist lautes Radio für die Nachbarn ziemlich schnell buchstäblich asoziales Verhalten. Schließlich ist ein Campingplatz kein Open-Air-Festival.

Da wir gerne mitten in der Natur freistehen, verzichte ich deshalb auf unnötigen elektrischen Schnickschnack im Wohnmobil. In der Praxis telefoniere ich ganz einfach mit dem Smartphone, auf dem ein Softphone wie Sipnetic oder Zoiper installiert ist. Das braucht nur einen Bruchteil der Energie und erfüllt seinen Zweck genauso gut.

Viele Grüße Volker

PS: Da fällt mir noch was ein. Ein normales Röhrenradio für das Wohnzimmer oder die Küche ist nicht für den Dauereinnsatz in einem Fahrzeug konzipiert. Die Vibrationen während des Fahrbetriebs sind eine zu hohe Belastung für eine Konstruktion, die für den stationären Betrieb gedacht ist. Das macht schon den Versand und Transport von Röhrenradios etwas heikel.

Zuletzt bearbeitet am 21.08.26 11:01

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