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Schaltbild vom AEG 638SGWK Sportsuper 1948
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24.03.26 17:43
WoHo 

500 und mehr Punkte

24.03.26 17:43
WoHo 

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Re: Schaltbild vom AEG 638SGWK Sportsuper 1948

HB9 schreibt:

Zitieren:
Eine weitere Besonderheit ist die Rückkopplung im ZF-Teil, um die Verstärkung und allenfalls Trennschärfe zu erhöhen.

Das war in der Nachkriegszeit üblich, um bei den billigen "Zwergsupern" doch noch eine ausreichende ZF-Verstärkung (mit wenig Röhren) zu erzielen.

Was mich stutzig machte, der Trimmkondensator dazu trägt die Bezeichnung Cn! Also wurde eine Neutralisation (=Gegenkopplung) anstatt einer Rückkopplung eingefügt !



Im RM.org findet man eine Funktionsbeschreibung zu diesem Radio, veröffentlicht im Dezember 1949 in der Zeitschrift Radio Mentor.
Mir wird klar, dass die erste Tetrode der VEL11 keine guten HF-Eigenschaften besitzt. Zu groß und zu klobig.
Alles schwingt, nur nicht der Oszillator........

Gruß aus NL, Wolfgang

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aeg 638.png aeg 638.png (6x)

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25.03.26 09:37
HB9 

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25.03.26 09:37
HB9 

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Re: Schaltbild vom AEG 638SGWK Sportsuper 1948

Hallo zusammen,

als Neutralisation kann die Rückkopplung natürlich auch dienen, wenn die Gitter-Anodenkapazität zu gross ist (was aber bei Tetroden eher ungewöhnlich ist, denn das Schirmgitter ist ja unter anderem dazu da, diese Kapazität zu minimieren). Bei der Neutralisation speist man ja bekanntlich auch ein gegenüber der Anode gegenphasiges Signal über einen Kondensator am Gitter ein, um das durch die Gitter-Anodenkapazität eingekoppelte Signal zu kompensieren. Somit ist es eine Frage der 'Dosierung', ob es eine Neutralisation oder Rückkopplung ist. Wird mehr als für die Neutralisation notwendig am Gitter eingespeist, also 'überneutralisiert' wird, hat man eine Rückkopplung, auch wenn es noch nicht schwingt.

Somit kann diese Schaltung also folgendes Verhalten zeigen, wenn die Neutralisation wirklich notwendig ist:
- Bei sehr kleiner Rückkopplungskapazität schwingt es (Huth-Kühn-Oszillator wegen Miller-Effekt durch Gitter-Anoden-Kapazität).
- Bei grösserer Rückkopplungskapazität schwingt es nicht mehr, die Schwingkreisgüte und damit Bandbreite ist bei optimaler Neutralisation am grössten.
- Bei noch grösserer Rückkopplungskapazität beginnt es wieder zu schwingen, der normale Fall der 'überzogenen' Rückkopplung.

Somit ist hier aus der Schaltung nicht ersichtlich, ob eine Verstärkungsmaximierung durch die Rückkopplung oder eine optimale Filterkurve durch Neutralisation bezweckt wurde (oder ein Kompromiss dazwischen).

Gruss HB9

25.03.26 10:20
basteljero 

500 und mehr Punkte

25.03.26 10:20
basteljero 

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Re: Schaltbild vom AEG 638SGWK Sportsuper 1948

Moin,
Ja, die VEL11 konnte sicherlich nicht mit der EF85 HF-mäßig mithalten.

Auch bezüglich des modernen Arbeitsschutzes scheint es da 1946 gewisse Mängel gegeben zu haben:


Gleichberechtigung war auch nicht, warum darf die Mitarbeiterin an der Heizung siztzen,
während der männliche Mitarbeiter im Stehen frieren muß ?

Merkwürdig auch die Geräte-Entwicklung:
Man entwickelt Geräte, für die man überhaupt keine Röhren hatte !


Glücklicherweise bereitete das "Wirtschaftswunder" wenige Jahre später diesem Treiben ein
Ende.

Jens

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Aus Funkschau 1946.jpg Aus Funkschau 1946.jpg (2x)

Mime-Type: image/jpeg, 157 kB

Aus Funk-Technik 1946.jpg Aus Funk-Technik 1946.jpg (1x)

Mime-Type: image/jpeg, 160 kB

25.03.26 10:53
wumpus 

Administrator

25.03.26 10:53
wumpus 

Administrator

Re: Schaltbild vom AEG 638SGWK Sportsuper 1948

Hallo zusammen,


ich bin ja von einer "normalen" Rückkopplung ausgegangen und habe die deshalb nicht erwähnt. Beim Lange-Schaltbild wird ja auch der C nicht als Cn genannt. Also eine Neutralisation, interessanter Hinweis.

Ich finde im Übrigen die Spannungs-Stabilisierung mit der Glimmstrecke schon bemerkenswert, sieht man bei Einfach-Supern eher selten, zumal das ja zumindest zwei weitere Bauteile bedeutete.


Interessantes einfaches Radio....

Grüße von Haus zu Haus
Rainer, DC7BJ (Forumbetreiber)

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https://www.youtube.com/user/MyWumpus

25.03.26 13:03
basteljero 

500 und mehr Punkte

25.03.26 13:03
basteljero 

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Re: Schaltbild vom AEG 638SGWK Sportsuper 1948

Ja, das Gerät ist bemerkenswert.
Hier ist ein link mit einem leider verbasteltem Gerät.
h t t p s://roehren-radio.eu/sammlung/radio/aeg/638-gwk/

Die Frage stellt sich ja immer, welche Bauteile verwendet wurden, was war
verfügbar, welche Teile konnten serienmäßig produziert werden?

Die Schaltung ist auf jedem Fall stabil, läuft auch mit der mit der UCL11,
offensichtlich eine Geräte-Variante.

Erstaunlich, dass die Röhren-Entwicklung unter den heute kaum nachvollziehbaren
katastrophalen Bedingungen weiterlief:

Die VEL11 hat eine stark verbesserte Empfindlichkeit gegenüber der Vorgänger-
"DKE-Röhre" VCL11.
Und das bei verringerter Pfeifneigung: Der Gitteranschluß wurde vom Sockel
an den jetzt hinzugekommenen Kappenanschluß gelegt.

h t t p s://www.worldradiohistory.com/INTERNATIONAL/Funkschau/1947/Funkschau%201947-02-03.pdf
h t t p s://www.worldradiohistory.com/INTERNATIONAL/Funktechnik/40s/Funktechnik-1946-02.pdf

In dem letztgenannten Heft ist ein aufschlußreicher Artikel von Kappelmayer zu finden, der schreibt
u.a.

Zitieren:
Der Konstrukteur muß nun die Aufgabe lösen, mit dieser Röhre und dem dazu gehörigen Gleichrichter
ein Allstromgerät zu schaffen, das die Vorteile der neuen Röhre tatsächlich auch voll ausnützt.
Dabei treten nun aber die neuen Gesichtspunkte der Qualitätsbeurteilung fordernd in die Schranken.
Wir dürfen uns nicht mehr erlauben, als Ziel der Konstruktion einen P r o p a g a n d a p r e i.s zu setzen.

Das dürfte durch diesen AEG 638 weitgehend erfüllt worden sein.

Gruß
Jens

Zuletzt bearbeitet am 25.03.26 13:10

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