seit geraumer Zeit beschäftige ich mich mit dem Thema Subminiaturröhren. Als kleinste Röhre dieser Kategorie ist mir bis jetzt die DF651 in die Hände gefallen. Gibt es noch kleinerer? Ich spreche nicht von Nuvistoren, sondern Verstärkerröhren in klassischen Glaskolben. Gruß Jürgen
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DF651 ist eine Röhre für Hörgeräte. Sie eignet sich vorzüglich als Nachsetzer für Gradeausempänger. Die HF-Tauglichkeit müßte untersucht werden, kann ich gelegentlich gern mal machen. Heizspannung beachten, 2 davon in Serie für eine Zelle.
Sieht so aus als ob sich meine Vermutung bestätigt, dass es nichts kleineres in Glas gibt. Einen zweistufigen NF-Verstärker mit dieser Röhre habe ich bereits gebaut und er tut es richtig gut.
Aktuell experimentiere ich mit einem DL64 - Einkreiser und ich bin mehr als überrascht was die Empfindlichkeit angeht. Im direkten Vergleich mit einem EF184-Audion kann ich subjektiv gesehen keinen Unterschied feststellen. Was mich zu der Frage an die Experten verleitet; wie ist es möglich mit einer so leistungschwachen Röhre annähernd die gleiche Verstärkung zu erzielen, wie mit einer Röhre, welche über die x-fache Steilheit verfügt?
Vorkreis:Danke für die Hinweise und die Abbildung!
Sieht so aus als ob sich meine Vermutung bestätigt, dass es nichts kleineres in Glas gibt. Einen zweistufigen NF-Verstärker mit dieser Röhre habe ich bereits gebaut und er tut es richtig gut.
Aktuell experimentiere ich mit einem DL64 - Einkreiser und ich bin mehr als überrascht was die Empfindlichkeit angeht. Im direkten Vergleich mit einem EF184-Audion kann ich subjektiv gesehen keinen Unterschied feststellen. Was mich zu der Frage an die Experten verleitet; wie ist es möglich mit einer so leistungschwachen Röhre annähernd die gleiche Verstärkung zu erzielen, wie mit einer Röhre, welche über die x-fache Steilheit verfügt?
Gruß Jürgen
Jürgen, wie Du schon sagst, subjektiv überraschende Empfindlichkeit, die ist u.a. auch durch den super weiten Bereich der Empfindlichkeit des Gehöres bedingt. Meßtechnisch wäre da schon ein großer Unterschied nachweisbar. Wahrscheinlich hat Dein Einkreiser eine Rückkopplung, mit der sich der Schwingkreis entdämpfen läßt, was natürlich gute Empfindlichkeit und Trennschärfe bewirkt. Die Steilheit der Röhre muß nur hoch genug sein, eine Rückkopplung nahe dem Schwingeinsatz zu bewirken, um ein Audion empfindlich und trennscharf zu machen. Ob geringe Steilheit oder sehr hohe Steilheit der verwendeten Röhre ist da weniger wichtig und auch über den Rückkopplungsgrad anzupassen. Die Verstärkung des empfangenen und demodulierten Signals hängt allerdings von der Steilheit ab, also mehr oder weniger Lautstärke als Funktion von der Steilheit. Im Grenzbereich (schwaches Signal) würdest Du den Unterschied schon auch nach Gehör bemerken.
Ganz so klein kann ich leider nicht. Aber ich habe und bastle auch mit russischen Minis:
Die linke ist eine 2SH24B, eine HF-Empfängerröhre. Die rechte ist eine 1P24B, auch eine HF-Röhre. Ihre Daten können sich durchaus sehen lassen: Heizspannung 1,2 Volt 255 mA oder 2,4 Volt 128 mA, (Reihen oder Parallelschaltung der Heizfäden), Anodenspannung 150 Volt, Anodenstrom 17 (!) mA, max. Anodenverlustleistung 2,5 Watt.
Sie wurde z.B. in russischen Tornisterfunkgeräten als Senderöhre eingesetzt. Z.B. in diesen hier:
Das Gerät hat 1 Watt Sendeleistung bei 21,5 - 28,5 MHz.
Erst mal Danke für die Erklärungsversuche meiner Frage. Sie konnte aber für mich nicht zufriedenstellend beantwortet werden. Mich interessieren eher die Vorgänge vor der NF-Verstärkung, die ohnehin so hochgetrieben werden kann, dass die Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehöres kaum gefordert wird. Auch haben beide Versuchs-Audione eine Rückkopplung, ohne wäre es sinnlos. Bekanntlich kann die Empfindlichkeit eines Audions nicht durch NF-Verstärkung gesteigert werden. Was nicht demoduliert wird kann auch nicht zu Gehör gebracht werden. Folglich muss das Spannende vor der NF passieren. Ich suche nach einer Erklärung, weshalb mit der schwachbrüstigen DL64 eine annähernd gleiche Empfangsleistung erzielt wird, wie mit einer EF184, die über ein mehrfaches an Leistungsfähigkeit verfügt. Der Unterschied zw. beiden Röhren kann kaum größer sein. Prinzipiell leuchtet mir zwar ein, dass man für diese Überlegungen nicht die statischen Werte aus dem Datenblatt als Maßstab nehmen kann. Beide Audione zeigen am selben NF-Verstärker angeschlossen und die Lautstärke auf gleiches Maß einreguliert, praktisch die gleichen Empfangsleistungen. Jedenfalls bestätigen meine Beobachtungen die Auffassung, dass die Wahl der Röhre beim Audion eine eher untergeordnete Rolle spielt, zumindest bis in den Bereich der mittleren Kurzwellen.
für die Empfindlichkeit eines Audions ist (Antenne einmal ausgeklammert) die Güte des Eingangskreises und die Höhe der RC-Kombination entscheidend und nicht die Röhre. Ich denke, dass siehst Du ganz richtig. Die Kunst besteht darin, an den beiden Stellschrauben so zu drehen, dass man sich keinen Brumm auf dem Gitter der Audionröhre einfängt und die Stufe stabil bleibt. Zusätzliche Schirmungen ohne nennenswerte Reduzierung der Kreisgüte wäre ein Weg. Der Batteriebetrieb der ersten Audionschaltungen war da sicherlich hilfreich. Auf den (damaligen) Antennenanordnungen, die ja aus naheliegenden Gründen gut waren, bestimmte das Antennenrauschen (Temperatur, Bandbreite) die Grenzempfindlichkeit und nicht das erste aktive Bauelement. Dieser Umstand ist auf Mittel- und Langwelle eben anders als z.B. beim heutigen SAT-Empfang. Wie ich bei meinen Recherchen der vergangenen Woche erfahren habe, war einer der Gründe der Streitigkeiten zwischen Lee de Forest und Armstrong 1913-1915 die Behauptung Armstrongs, dass die Röhreneigenschaften (der gasgefüllten Lee de Forest Triode) eher untergeordnet zu betrachten sind. Man kann Armstrong unterstellen, dass er als Erster die Funktionsweise eines rückgekoppelten Audions verstanden hat, auch wenn Meissner die Schwingungserzeugung vor ihm entdeckt hat und das US-Gericht später die Patentrechte Lee de Forest zuerkannt hat. Die gasgefüllten Röhren - zuerst Argon, dann Cäsium hatten dummerweise ein gewisses Eigenrauschen. Sowohl die Amerikaner als auch die Europäer haben lange an den Gasfüllungen festgehalten. Es war der Verdienst von Telefunken, schon 1914 ausschliesslich auf Hochvakuumröhren zu setzen (Ausnahme Gleichrichter wie RGN1500).
Quellennachweise kann ich schwer festmachen, weil viele Onlinebücher im Spiel waren, von denen ich allenfalls einen Screenshot hätte machen können. Stichworte wären vielleicht "Armstrong regenerative grid leak(age) detector 1915", die von mir erwähnte Patentschrift, aber auch "Das Audion" bzw. "AM Demodulation Teil 3" von Prof.Dr.-Ing. Dietmar Rudolph.
Will man Demodulation und Verstärkung der Audionstufe zur Vermeidung von Übersteuerungen voneinander trennen, wäre das "Nestel"-Audion zu nennen. Gurgelt man den Begriff, hat man sofort einige interessante Links zur Hand.