hier kommt ein weiteres Bastelprojekt mit Subminiaturröhren, wiederum ein Batterie-Zweikreiser mit Entdämpfung auch in der Vorstufe. Audion und Vorstufe müssen getrennt abgestimmt werden. Durch wegschalten der Vorstufe kann er auch als Einkreiser betrieben werden, dann allerdings mit Drahtantenne. Zur Ferritantenne der Vorstufe kann zusätzlich ein 50cm Draht gesteckt werden. Der Signalpegel steigt dadurch deutlich, der Störpegel allerdings auch. Empfang zwischen 400 und 2000 kHz. Der gesamte Empfänger ist mit 4x DL64 bestückt. Ursprünglich waren für den NF-Teil 2x DF651 vorgesehen, die erzielbare Lautstärke hat aber nicht befriedigt. Die Rückkopplungsspule ist in beiden Stufen an das Schirmgitter gelegt. Anodenspannungsversorgung 27Volt, Heizung 1,25Volt, alles über Akkus. Der Empfänger ist mit Buchsen für Antenne, Kopfhörer, NF-Ausgang, HF-Ausgang und Ladebuchsen ausgestattet.
Wegen der sehr geringen Verstärkungsreserven der DL64 war die Ankopplung des Audions an die HF-Vorstufe etwas kritisch. Bei zu starker Ankopplung ist das Audion in die Knie gegangen, bei zu schwacher Ankopplung war die Leistung zu gering. Als brauchbarer Wert hat sich ein Koppel-C von ca. 3pF erwiesen. Die HF für das Display wird direkt vom Audion-Steuergitter ohne weitere Verstärkung über ein C von ca. 6pF entnommen.
Die Empfangsleistung ist erwartungsgemäß sehr gut. Alles was mein PL880 in diesem Bereich empfängt wird auch vom Zweikreiser gut verständlich hörbar gemacht. Es gibt keine signifikanten Unterschiede. Allerdings sind die DL64 äußerst mikrophonieempfindlich. Schon die winzige Erschütterung des Kippschalters beim Einschalten erzeugt sehr oft einen lang anhaltenden Pfeifton. Dann hilft nur ausschalten und möglichst langsaaam wieder einschalten, dann ist es gut.
Um das Ganze abzurunden habe ich für das Gerätchen ein Luxuszubehör gebaut. In einer weiteren Alubox befinden sich das Frequenzdisplay und eine 1 Watt-IC-Endstufe. Das Ganze wird über eine 9Volt Batterie versorgt. Damit ist ein recht komfortabler Empfang möglich.
Das nächste Projekt wird ein echter Subminiaturempfänger mit 3 oder 4x DF651 sein.
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hübsches Gerätchen... ganz handlich für ein Röhrengerät. Ich würde mal versuchsweise die Ferritantenne mit einem U-Profil zwischen den beiden Befestigungswinkel abschirmen, damit sie keine elektrischen Störungen einfängt, das hilft enorm in gestörter Umgebung. Wichtig dabei ist nur, dass es keine geschlossene Windung gibt, sonst wird die HF kurzgeschlossen. Aus dieser Sicht wäre es vermutlich auch gut, bei den Befestigungswinkel von oben her einen Schlitz bis zum Loch für den Ferritstab zu sägen, damit diese keine Kurzschlusswindung bilden. Ob das was bringt, kann man schnell testen, indem man den Ferritstab testweise aus der Halterung nimmt. Ändert das nichts, kann man es so lassen wie es ist.
Imponierend der fast industriemäßig anmutende Gerätebau. Neben neidlos anerkanntem schaltungsbezogenem Wissen und handwerklichem Können gibt es da sicher auch den Zugang zu den technisch nötigen Hilfsmitteln. Statt der DL64 lassen sich auch die formähnlichen russischen 1SH24B oder 2xDF96 und 1 DL96 verwenden.
@ HB9 Danke für den Tipp mit dem Einschlitzen der Befestigungswinkel. Habe ich sofort ausprobiert. Da ich das Ergebnis messtechnisch nicht erfassen kann muss ich mich auf meinen subjektiven Eindruck verlassen. Und der sagt mir, dass es keinen hörbaren Unterschied gibt. Allerdings hat sich der Frequenzbereich des Ferritkreises geändert. Kann aber auch sein, dass sich beim Umbau die Position der Spule auf dem Stab geändert hat. Können aber nur Millimeter sein. Das Abschirmen der Antenne habe ich bei diesem Gerät verworfen, da es eigentlich für Unterwegs gedacht ist. Bei meinen anderen Projekten habe ich die Antennen abgeschirmt.
@Pluspol Danke für die anerkennenden Worte. Mit den anderen von Dir genannten Röhren habe ich bereits andere Empfänger realisiert. Ich wollte bewußt diese winzigen Endpentoden verwenden. Als nächstes Projekt ist ein Zweikreiser mit 4x DF651 geplant. Das dürften die kleinsten Röhren im Glaskolben sein. Auch der gesamte Aufbau wird Miniaturmaße haben. Mal sehen was geht...
es gibt verschiedene Auswirkungen auf die Ferritantenne durch die Befestigungswinkel:
- Induktivität wird kleiner, da im Bereich der Winkel das Feld aus den Stab gedrängt wird -> Frequenz steigt etwas mit den Bügeln
- Dämpfung durch Wirbelströme in den Winkeln: vermutlich gering, da sie gut leiten, erkennt man an einer geringeren Kreisgüte, somit sollte ohne Winkel der Schwingungseinsatz früher kommen
- wirksame Länge des Ferritstabes wird reduziert -> weniger Empfindlichkeit.
Wie stark diese Einflüsse sind, ist schwer vorauszusagen.
Wenn die Aluhalterung der Ferritantenne ausreichend Abstand zur Spule hat, sind möglich mindernde Einflüsse eher gering bis bedeutungslos. Alternativ vorbeugend, lässt sich da auch noch eine Kunststoffhalterung verwenden. Wichtig ist eher die Länge und Güte des Ferritstab-Materials, sowie die Aderzahl der HF-Litze.
vielen Dank für die Tipps. Jetzt fühle ich mich doch inspiriert weitere Verbesserungen zu versuchen. Als nächstes werde ich den Ferritstab einige cm höher setzen, um die Spule weiter von der Metallmasse zu entfernen. Zusätzlich wird jetzt doch ein abnehmbarer Abschirmkäfig aus Lochblech in gewohnter Weise darüber gesetzt. Über die Eigenschaften des Ferritstabes habe ich keine genauen Angaben, außer dass er für den MW-Bereich geeignet sein soll. Die Litze besteht aus 45 Einzeldrähten. Das ist nicht so schlecht. Allerdings habe ich noch Litze mit 460x0,02. Mal sehen, ob sich hier ein "hörbarer" Unterschied ergibt...
die angedachten Verbesserungen sind umgesetzt. Ferritstab höher montiert und zusätzlich mit einer Abschirmung versehen. Gitterkreisspule mit 460er Litze neu gewickelt und den Rückkopplungseinsatz der Vorstufe in Richtung höherer G2-Vorspannung optimiert. Wie zu erwarten ist der Empfang weniger durch E-Smog gestört. Ob die Empfindlichkeit und Trennschärfe nun gestiegen sind mag ich nicht wirklich beurteilen. Ich denke aber, dass diese Thema damit nahezu ausgereizt sein dürfte. Der Zweikreiser ist dem PL-880 auf keinen Fall unterlegen, der Empfang ist bei sehr leisen Signalen sogar rauschärmer und weniger gestört, was der abgeschirmten Antenne zu verdanken ist.
der Tecsun PL-880, den ich übrigens auch besitze, ist nicht gerade ein rauscharmer Empfänger. Als Dreifachsuper mit einer sehr hohen ersten ZF von knapp 56 MHz kann er das auch nicht sein (Mischoszillator-Seitenbandrauschen). In diesem Punkt sind die Röhren-Geradeausempfänger einfach konkurrenzlos. Nachdem ich meine alten Audion-Röhren (bis auf die Ostar-Type) alle durchprobiert habe, bin ich gestern auf die Idee gekommen, die alte Radiomann Schaltung auszuprobieren. Fazit: Die EF98 mit der Steilheit 2mA/V ist wirklich gut, wenn man sie mit 6,3V und nicht mit 4,5V heizt, die Anodenspannung auf 45V erhöht und das Schirmgitter über 22k Ohm an die Anodenspannung legt. So habe ich morgens um halb zehn drei algerische Sender hervorragend hören können. Auch meine 1SH24B (russische Bleistiftröhre) macht an 45V eine gute Figur.
ich habe auch noch meine erste EF98 aus dem Radiomann, die müsste mal wieder zum Leben erweckt werden. Wegen des Rauschens und der vielen Pfeifstellen verfolge ich schon länger den Plan einen relativ hochwertigen Einfachüberlagerer zu bauen. Eine Idee ist z. B. additiver Trioden-Mischer, 1 entdämpfter Hf-Kreis und ZF um 1,6 MHz. Oder Mischer mit der 7360, soll sehr Kreuz- und Intermodulationsarm sein. Als Demodulator vielleicht ein Audion. Aber keine hochgezüchtete Nahselektion mit Quarzen o. ä. Wenn jemand eine Idee zu einem Schaltungskonzept hat, dann her damit. Der Winter ist lang und dunkel...