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Kristalldetektor - was fehlt?
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18.03.26 21:23
BattleToad 

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18.03.26 21:23
BattleToad 

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Re: Kristalldetektor - was fehlt?

Hallo,

danke für Eure Antworten und Tipps! Die Funkmappe 9 ist eine weitere interessante Infoquelle, danke Jens .

Ja, das Arbeiten mit Woodmetall ist Erfahrungssache, nach etwas "trial and error" habe ich das Timing jetzt im Griff und die Patronen laufen nicht mehr aus. Der Pyritkristall aus dem letzten Post ist ein Probestück und hat keinen guten "sweet spot". Das Woodmetall dafür habe ich in der Tat aus den Fehlversuchen aufgesammelt und wiederverwendet.

Inzwischen habe ich meinen Galenakristall und einen anderen Pyritbrocken (beide mit "sweet spot") in zwei gutaussehende Halter (mit Eisenblech) eingeschmolzen. Als dritten Kristall habe ich noch ein Stück Siliziumkarbid geordert, dann habe ich drei Kristalltypen zum Probieren. Sobald der fertig ist werde ich berichten. Wusstet Ihr übrigens dass Siliziumkarbid und Pyrit (Galena weiß ich noch nicht) natürliche LEDs sind - 25 - 30 V anlegen und mit dem negativen Pol über einen Widerstand abtasten .

Gruß Ralph

Zuletzt bearbeitet am 18.03.26 21:26

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19.03.26 13:22
basteljero 

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19.03.26 13:22
basteljero 

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Re: Kristalldetektor - was fehlt?

Moin,

Zitieren:
Wusstet Ihr übrigens dass Siliziumkarbid und Pyrit (Galena weiß ich noch nicht) natürliche LEDs sind - 25 - 30 V anlegen
und mit dem negativen Pol über einen Widerstand abtasten

Bisher nicht, jetzt schon.
Stellt sich natürlich gleich die Frage, ob sich eine Verbindung herstellen lässt zwischen den von Dir
festgestellten Leuchterscheinungen und der guten oder schlechten Eignung des betreffenden
Kristalls als Detektor für Empfangszwecke.
Wäre ja schön, wenn man mit der UV-Lampe im Dunkeln die empfindlichen Stellen leuchten sehen
könnte...

Faszinierend ist das Thema aber allemal und führt in ein ganz anderes Spezialgebiet.
h t t p s://epic.awi.de/id/eprint/50405/1/Fluoreszenz_von_Mineralen.pdf

In der Einleitung dieses Werkes wäre zu ergänzen:
...
7: Steine, die beim Anlegen einer elektrischen Spannung leuchten

Gruß
Jens

Zuletzt bearbeitet am 19.03.26 13:31

20.03.26 19:24
BattleToad 

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20.03.26 19:24
BattleToad 

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Re: Kristalldetektor - was fehlt?

Hmm, Pyrit kann leuchten und in Radios gleichrichten, allerdings glaube ich nicht dass es bei den Spannungen im Radio schon zu Leuchterscheinungen kommt. Auf natürlich vorkommende LEDs hat mich Collin Cunningham (Collin's Lab) gebracht:

https://www.youtube.com/watch?v=P3PDLsJQ...A7&index=57

Da müsste ich glatt mal probieren ob sich heutige LEDs in Detektorradios verwenden lassen, aktuelle Silizium oder Germaniumdioden funktionieren ja auch...

Gruß Ralph

20.03.26 20:35
basteljero 

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20.03.26 20:35
basteljero 

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Re: Kristalldetektor - was fehlt?

Hallo,
Ja, LED's gehen auch im Detektor, benötigen aber eine Vorspannung, damit man an den Kennliniennick kommt.
Waren bei meinen Versuchen aber immer leiser als z.B. Schottkys, welche die besten Ergebnisse brachten.

Gruß
Jens

22.03.26 11:55
MB-RADIO 

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22.03.26 11:55
MB-RADIO 

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Re: Kristalldetektor - was fehlt?

Hallo,

LEDs haben eine zu hohe Sperrschichtkapazität. Die eignen sich eher als Kapazitätsdioden.

Zu DDR-Zeiten, als Kapazitätsdioden schlecht zu bekommen waren, habe ich rote LEDs in einem PLL-Demodulator dafür genommen - hat funktioniert. Leider ist das Radio nie fertig geworden. Die Module gibt es aber noch irgendwo auf dem Boden im Karton.

Viele Grüße
Bernd

Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. (Albert Einstein)

09.04.26 19:47
BattleToad 

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09.04.26 19:47
BattleToad 

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Re: Kristalldetektor - was fehlt?

09.04.2026 Projektabschluss:

Endlich geschafft - hier sind die Kartuschen mit den Kristallen, von unten links nach oben rechts Siliziumkarbid, Pyrit, Galena:



Damit die Kristalle beim Einschmelzen die gewünschte Position beibehalten und beim Eintauchen in die Metallschmelze nicht kentern (ungünstiger Auftriebsschwerpunkt) habe ich sie beim Erstarren der Schmelze mit Klebeband (hitzebeständiges Kapton) fixiert. Tatsächlich funktionieren sie elektrisch als Dioden, hier sind die Kennlinien:

Galena:


Pyrit:


Siliziumkarbid:


Die Graphen zeigen den Strom über der angelegten Spannung gemessen mit einem Kurvenschreiber. Eine waagerechte Linie wäre eine Unterbrechung, eine senkrechte Linie ein Kurzschluss und eine schräge Gerade ein Widerstand. Da die Graphen keine Geraden sind verhalten sich die Kristalle nichtlinear wie Dioden. So wie in Schneiders Funkmappe beschrieben muss man bei Siliziumkarbid die Prüfspitze fest aufdrücken und eine höhere Spannung verwenden als bei Galena und Pyrit, dort reicht es wenn die Prüfspitze den Kristall leicht berührt.

Jetzt habe ich mir also viele handwerkliche Fähigkeiten angeeignet die ich vermutlich nie wieder anwenden werde - genauso funktioniert ein richtiges Hobby . Mit den Kristallen Radio hören werde ich erst wenn mein Verstärkerprojekt fertig ist, das unverstärkte Hören mit Kopfhörer ist einfach zu lästig.

Ich möchte mich noch mal bei Euch für Eure guten Ideen bedanken ohne die ich nur den unvollständigen SONARSON Detektor hätte :-).

Gruß Ralph

Datei-Anhänge
Cartouches.JPG Cartouches.JPG (7x)

Mime-Type: image/jpeg, 46 kB

galena.JPG galena.JPG (9x)

Mime-Type: image/jpeg, 39 kB

pyrit.JPG pyrit.JPG (7x)

Mime-Type: image/jpeg, 39 kB

sicarb.JPG sicarb.JPG (9x)

Mime-Type: image/jpeg, 35 kB

09.04.26 22:54
regency 

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09.04.26 22:54
regency 

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Re: Kristalldetektor - was fehlt?

Hallo Ralph, Glückwunsch zum erfolgreichen Projektabschluss, die Kennlinien sind ja vielversprechend und ich bin schon auf die nächsten Ergebnisse des Detektors mit dem Verstärker gespannt.
Viele Grüße,
Jan (regency)

10.04.26 10:18
basteljero 

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10.04.26 10:18
basteljero 

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Re: Kristalldetektor - was fehlt?

Moin,
"Jetzt habe ich mir also viele handwerkliche Fähigkeiten angeeignet die ich vermutlich nie wieder anwenden werde"

Wieso, es gibt doch noch sooo viele andere Kristalle....

Wie akribisch das früher untersucht wurde, zeigt eine Artikelserie in der wireless world.
(Strachan: "THE CRYSTAL DETECTOR IN THEORY AND PRACTICE", 1924 Hefte 5-7)

Überhaupt eine Masse an Artikeln zum Thema Detektor in diesem Jahrgang, angefangen
von Detektor-Schaltungen (Heft 4) bis zur "Schwingkristall-Nummer" (Heft 10)

Die Diagramme sind schön, bereiten mir aber ein wenig Schwierigkeiten mit der Skalierung und
der Lage des Nullpunktes.

Gruß
Jens

12.04.26 11:56
BattleToad 

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12.04.26 11:56
BattleToad 

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Re: Kristalldetektor - was fehlt?

Hallo,

danke für Eure Reaktionen!

Wenn man die Augen zusammenkneift kann man die Skalierung oben in den Bildern ablesen:

Galena: ............... x:1V y:2V
Pyrit: .................. x:1V y:2V
Siliziumkarbid: ..... x:1V y:200mV

Der Nullpunkt ist durch die gelben bzw. grünen Erdungsmarkierungen am Rand gekennzeichnet, hier immer in der Mitte des Fensters. Der y-Wert ist der Spannungsabfall an einem 1kR Widerstand, also 1V entspricht 1mA.

Eigentlich achte ich bei diesen Kennlinien gar nicht so sehr auf die genauen Werte sondern nur auf die geometrische Form. Daran sieht man schnell ob sich das Bauteil elektrisch korrekt verhält (wie ein Widerstand, ein Kondensator, eine Diode...) oder ob es defekt ist (Kurzschluss, Unterbrechung...).

An der Skala kann man allerdings erkennen dass mein Siliziumkarbidkristall lange nicht so effektiv ist wie Galena oder Pyrit.

Gruß Ralph

12.04.26 12:25
basteljero 

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12.04.26 12:25
basteljero 

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Re: Kristalldetektor - was fehlt?

Hallo Ralph,

Weswegen ich nach der Skalierung fragte, hat folgenden Hintergrund:

Schaut man sich die Dioden-Kennlinien im linearen Maßstab an, dann scheint es, als würde
sie nahe des Nullpunktes waagerecht verlaufen und rechts des knickes 8Knies) eher senkrecht.
Es ist aber auch hier eine Krümmung vorhanden, das sieht man daran, dass bei
der heute üblichen Datenblatt-Darstellungen im logarithmischen Maßstab die gleiche Kennlinie praktisch
eine Gerade darstellt und einen sehr viel größeren Bereich abbildet.

Die Kurvenform im Bereich von sagen wir mal 1 mA bis 2 mA sieht also ähnlich aus wie
bei sehr viel niedrigeren Werten.

Nur wenn man die genaue Skalierung der Y-Achse z.B in µA und der x-Achse in mV hat,
dann kann man graphisch die Tangente im Krümmungspunkt einzeichnen und hat dann
den Innenwiderstand der Diode, an den man anpassen muss.

Die genaue Lage des Nullpunktes ist wichtig, damit man abschätzen kann, ob es von
Vorteil ist, dem Detektor eine Vorspannung zu erteilen oder nicht.

Das geht jetzt vielleicht schon sehr ins Detail, aber wie Mende schrieb:
"Detektorbau ist eine Wissenschaft".

Für den praktischen Empfang lässt sich zwar schnell die optimale Einstellung
(Anzapfung des Dioden-Kreises und Vorspannung) schnell finden, aber wenn man wie Du
die Möglichkeit hat, die Diodenkennlinie genau zu messen, lässt sich das
auch "theoretisch" nachvollziehen.

Gruß
Jens

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