genau so ist es. Die ECH42 ist ja schon nach Datenblatt nur für Frequenzen bis 30MHz gedacht. Eine zusätzliche EF42 als additiver, selbstschwingender Mischer wäre kein Luxus gewesen, insbesondere wenn man bedenkt, dass das Gerät mit 2 AM-ZF-Stufen ja auch nicht gerade minimalistisch aufgebaut ist. Eventuell wäre es sogar schon besser gewesen, die EF42 statt als HF-Stufe als selbstschwingende Mischstufe und die Hexode der ECH42 als zusätzliche ZF-Stufe zu verwenden. Die Empfindlichkeit wäre dann vermutlich geringer, dafür würde man die schwächeren Sender auch noch in ordentlicher Lautstärke hören. Die Umschalterei der UKW-Schaltkreise ist ja auch nicht gerade schlau und verlängert die kritischen Leitungen ganz massiv. Im Service-Manual steht dazu so schön, dass nach Reparaturen die Leitungen wieder so platziert werden müssen, wie sie waren, das sagt wohl alles...
Naja, auf jeden Fall ein interessanter Zeitzeuge, und die Miniatur-ZF-Filter sind auch interessant.
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das Radio ist wieder zusammengebaut und glänzt fast wie neu. Die EL41 machte noch Probleme, da ist irgend etwas faul, vermutlich hat sie inneren Wackelkontakt. Daher habe ich kurzerhand die aus meinem Paillard geklaut, jetzt funktioniert er sehr gut. Eine neue EL41 ist bereits im Anflug. Auf UKW ist er jetzt bei schwachen Sendern deutlich lauter, offenbar war die EL41 das Problem, nur fiel es nicht auf, weil auf AM und bei stärkeren UKW-Sendern der NF-Pegel ausreichend hoch war, und ein baugleiches Gerät war nicht gerade verfügbar Der Klang ist gut, durch den grossen Lautsprecher mit kräftigem Bass, für die Höhen wäre ein zusätzlicher Hochtonlautsprecher die Abrundung, aber den kann man ja auch extern anschliessen.
Bei der Beschriftung ist mir noch aufgefallen, dass die Franzosen etwas andere Abkürzungen als die französischen Kollegen in der Schweiz verwenden. Hier heisst die Langwelle "G.O.", die Mittelwelle "P.O." und UKW "Bande FM". Weiter sind die AM-Skalen nur in Meter angeschrieben, während UKW in MHz angeschrieben ist. Die EM34 ist die von meinem Paillard und nicht mehr die hellste, aber mit 400V Betriebsspannung durchaus noch brauchbar. Witzig ist das Philips-Logo über der EM34.
Hier noch die Bilder:
Skala im Dunkeln:
@Rainer: Selbstverständlich darfst du auch dieses Gerät in das Museum aufnehmen, hier die Daten:
Hersteller: Philips Frankreich Typ: BF 634A (elektrisch baugleich mit BF621A, aber EB91 statt EB41 für Ratiodetektor) Baujahr: 1953
Komfort: Plattenspielereingang, Bass-Schalter (2 Stufen), stufenloser Höhenregler, Anschluss für Zusatzlautsprecher, UKW-Antenne wahlweise auch für AM wirksam
Besonderheiten: UKW-Mischstufe mit ECH42, gummigelagerter Drehkondensator
Hallo, ja das habe ich schon mal so ähnlich gesehen. Allerdings mit zwei Drehknöpfen unten und auch ein etwas anderes Gehäuse. Und das Magische Auge ist eigentlich links. Das hat wahrscheinlich einer umgebaut.
die neue EL41 ist eingetroffen. Die kam offenbar etwas auf Abwege. Nach den Zollpapieren stammt sie aus Grossbritannien, es ist aber eine Siemens-Röhre, und die stammen eigentlich aus Deutschland... Nun funktioniert alles, und die ausgeliehene EL41 ist wieder im Paillard. Eine andere EL41 von Telefunken, die noch bei mir rumlag, war leider nicht mehr brauchbar, da hat sich Gas freigesetzt. Am Getter sieht man zwar (noch) nichts, aber im Betrieb leuchtet sie blau wie eine UV-Röhre. Das sieht zwar hübsch aus, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie durchschlägt und so unter Umständen den Ausgangstrafo zerstört, zudem wird sie durch die Gasentladung sehr nichtlinear.
Hier noch die Bilder der beiden Delinquenten, links die Original-Philips-Frankreich-Röhre, rechts die von Telefunken. Diese zeigt am Sockel bereits die modernere Bauform der Miniatur- und Novalröhren und nicht mehr die ältere mit der vorstehenden Glasplatte und daraufgesetztem Kolben.
Noch wegen magischem Auge links oder rechts: Nach Dokumentation sollte es links sein, es gibt aber keinerlei Spuren eines Umbaus. Kann sein, dass es beide Varianten gab, oder auch nur, dass der Lautsprecherstoff aus Versehen auf der falschen Seite aufgeklebt wurde und damit das magische Auge auf die rechte Seite kam, zudem ist es so montagetechnisch einfacher, links ist noch die AZ1 im Weg.
Re: Unbekanntes Philips-Radio, wer kennt es? BF634A
Hallo zusammen,
ich bin mal dem eher dumpfen Ton auf UKW nachgegangen. Der Lautsprecher kann es nicht sein, denn der Philips 'Stella' hat den gleichen Typ, und der klingt gut, zudem war der Ton ab Plattenspielereingang ebenfalls gut. Somit musste es also beim Demodulator sein. Da alle Teile für gut befunden wurden, muss es also an der Schaltung liegen. Dabei habe ich festgestellt, dass die Zeitkonstante der Deemphasis 100s statt den normgerechten 50s war. Das erklärt den dumpfen Ton, und eine Halbierung des Kondensators brachte dann die gewünschte Wirkung.
Nun stellt sich die Frage, warum das Radio so gebaut wurde. Ein Baufehler liegt nicht vor, im Schaltplan sind die Werte so vorgegeben. Da dies zudem die Folgeversion des Ursprungsgeräts BF621A ist, kann man davon ausgehen, dass es nicht ein Irrtum ist, da dieser korrigiert worden wäre. Somit kommen für mich zwei Möglichkeiten in Frage:
1. Die Franzosen hatten eine eigene Norm für die Deemphasis. 2. Man hatte die Eckfrequenz bewusst tiefergelegt, um das NF-Rauschen zu reduzieren und den Ton 'MW-kompatibel' zu gestalten.