Weihnachtszeit = Erinnerungen an 1953. Da bekam ich den Kosmos RADIOMANN samt Röhre DM300(N) geschenkt. Merke: Nostalgie ist, wenn man von der Vergangenheit überholt wird.... Aus diesem Grund wiedermal den Baukasten hervorgeholt und das Audion mit Rückkopplung zum Leben erweckt. Gesendet wurde mit dem „5TX-Luzern“ (Google).
Ganz ehrlich, die vorgesehene Kopfhörermuschel ist (aus heutiger Sicht) abscheulich, gelinde ausgedrückt. Da muss jetzt eine bessere Lösung gefunden werden.
Etwa 50 Jahre später konnte ich den großen Baukasten RADIO-TECHNIK erwerben. Jedoch auch hier alle Experimente ohne Lautsprecher, denn dann müsste ja eine stärkere Röhre und eine höhere Anodenspannung (gefährlich ?) bereitgestellt werden. Von Transistoren, oder gar ICs war damals natürlich noch nicht zu denken.
Also gut, ich mache keinen Stilbruch, wir bleiben bei der Röhrentechnik und adaptieren eine kleine Endpentode 3D6 (1299) auf 4-Stift Europasockel mit Seitenschraube. Diese wird mit 90 Volt betrieben. Jetzt ist Zimmerlautstärke an einem Freischwinger möglich! Als NF-Vorstufe dient eine weitere DM300(N). Ein guter NF-Trafo von Philips sorgt für die Ankopplung zum schon erwähnten Audion. Der mitgelieferte NF-Trafo ist einfach zu schlecht, war wohl eine Sparmaßnahme..... Ich gebe zu, nicht alles ist mehr ganz originalgetreu. Motto: „Der Zweck heiligte die Mittel“.
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Zitieren:Mit welcher Spannung läuft denn Dein Empfänger?
Danke Lutz für's Kompliment.
Die Heizspannung ist 4 Volt und die Anodenspannung für das Audion sowie für die NF-Vorstufe beträgt nur 12 Volt. Nur die Lautsprecherröhre 3D6 braucht 90 Volt !
Alles mit "versteckten" Netzteilen bereitgetellt. Wollte doch die nostalgischen Gefühle hochhalten. Es weihnachtet sehr, verstehst du......
Weil hier nach den notwendingen Spannungen für die Röhrenexperimente mit den Kosmos Baukästen gefragt wurde, ist vielleicht eine Erläuterung des historischen Hintergrunds angebracht.
Ausgehend davon, dass unerfahrene Jugendliche damit umgehen, durften keine gefährlichen Spannungen zur Anwendung kommen. Mit sehr niedrigen Anodenspannungen (< 20 Volt) kann man mit Raumladegitterröhren Verstärkung erzielen, ausreichend für den Empfang mit einem Kopfhörer. In den 30er und 40er Jahren gab es u.a. die Typen RE074d, U409D und DG407.
Mit einem positiv vorgespannten Hilfsgitter (=Raumladegitter, mit der Seitenschraube verbunden) zwischen Faden und Steuergitter angeordnet, werden die Elektronen um den glühenden Faden sozusagen vorbeschleunigt Richtung Anode. Somit bewirkt eine geringe Anodenspannung schon einen gewissen Anodenstrom.
Irgendwann nach dem Krieg war es für Kosmos-Stuttgart nicht mehr möglich, genügend Stückzahlen von den genannten Typen zu erwerben, um den Bedarf zu decken. Also trat die Fa. Kosmos an TUNGSRAM heran, mit der Bitte, man möge doch eine Raumladegitterröhre als Ersatz herstellen. Keine großen Stückzahlen, Hauptsache, nicht zu teuer.
Inzwischen hatte TUNGSRAM die Fa. RADIO-RECORD übernommen. Die Entwickler bei TUNGSRAM werden wohl als Alternative eine Schirmgitterröhre (G2 an der Seitenschraube) vorgeschlagen haben: Bessere Empfangsleistung als Audion und geringerer Stromverbrauch bei ebenfalls geringer Anodenspannung! Und ganz wichtig, keine Umstellung des Baukastens erforderlich.
Damit keine Dokumentationskosten entstehen , nannte man sie einfach DM300. Denn diese Typenbezeichnung gab es bereits vor 1930 als Raumladegitterröhre(!) von RADIO-RECORD. Dass das für Fachleute äußerst verwirrend ist (andere Funktion), war denen egal, merkt doch kein Schwein......
Zur Unterscheidung nennen wir die Neufertigung DM300 jetzt DM300 (N).