Mit einem Wählscheibentelefon Amateurfunk über EchoLink betreiben
Hallo zusammen!
EchoLink ist ein System, mit dem Funkamateure ihre Funkgeräte über das Internet miteinander verbinden können. Damit lassen sich weltweit Stationen erreichen, auch wenn sie außerhalb der direkten Funkreichweite liegen. Im Prinzip kombiniert es klassischen Amateurfunk mit VoIP-Technik, ähnlich wie Internettelefonie. Dafür gibt es zum Beispiel Windows-Programme, die ein Bindeglied zwischen Funkgeräten über die Soundkarte und Verbindungen über das Internet aufbauen können.
Ich wollte aber einen anderen Weg gehen und mit einem alten schwedischen Wählscheibentelefon jede Node-Nummer des EchoLink-Netzes anwählen können. Die aktiven Node-Nummern gibt es auf https://echolink.org/logins.jsp
Ein schwedisches Telefon hat eine andere Reihenfolge der aufgedruckten Ziffern als ein deutsches. Ein Python-Skript rechnet das um.
Normalerweise gibt man in seinem Funkgerät oder seinem Windows-Programm DTMF-Töne und das Rautezeichen # ein. Ein Wählscheibentelefon kann das natürlich nicht. Also musste ein weiteres Python-Skript her, das mit Whisper eine Spracherkennung ermöglicht und gleichzeitig zur Bestätigung eine Sprachausgabe erzeugt. Diese wird online mit gTTS, einem kostenlosen Dienst von Google, erzeugt. Aber damit nicht genug: Man kann auch Rufzeichen buchstabieren. Das Python-Programm greift dann auf die Liste https://echolink.org/logins.jsp zu, sucht das Rufzeichen und findet die passende Node-Nummer.
Das eigentliche Bindeglied zwischen einem Asterisk-Telefonserver und EchoLink ist das Programm SVXLink. Allerdings kann man nicht jede Version verwenden. Es funktioniert nur mit einer speziellen Version, die man auf https://github.com/dl1hrc findet und die man noch selbst unter Linux kompilieren muss. Das gesamte Projekt läuft unter Linux.
Außerdem braucht man ein spezielles Python-Skript, das die Kommunikation zwischen Asterisk und SVXLink ermöglicht. Dazu müssen noch einige Konfigurationsdateien von SVXLink angepasst werden.
Schließlich war mein Raspberry Pi, auf dem mein Asterisk läuft, viel zu schwach für die Spracherkennung mit Whisper. Also habe ich auf meinem Hauptrechner einen weiteren Asterisk-Server installiert, auf dem auch Whisper und SVXLink laufen. Die beiden Asterisk-Server sind über IAX2 miteinander verbunden. Abgesehen davon ist es ohnehin viel einfacher, etwas auf dem Hauptrechner zu entwickeln, weil man direkten und schnellen Zugriff hat, ohne den Umweg über SSH und SFTP. Dateien lassen sich viel schneller aktualisieren und bearbeiten.
Problematisch war die Feineinstellung der Spracherkennung. Das hat einige Stunden gedauert. Hier eine Kostprobe eines Verbindungsaufbaus:
Ich habe das wegen der Freisprecheinrichtung mit einem Tastentelefon gemacht. Mit einem Wählscheibentelefon ginge es genauso. Ich kann übrigens auch über EchoLink angerufen werden, aber das konnte ich noch nicht testen.
Was ich da gemacht habe, braucht eigentlich kein Mensch. Ich wollte aber einfach wissen, was überhaupt machbar ist und wie man neue und alte Technik miteinander verbinden kann. Ohne KI, hauptsächlich Claude Sonnet 4.6, hätte ich das nie geschafft, vor allem nicht in dieser Geschwindigkeit.
Außerdem habe ich dieses Projekt mit C*NET https://www.ckts.info/ verbunden. Man kann somit von C*NET jede EchoLink-Nummer mit einem alten Wählscheibentrelefon erreichen, wenn man die Einwahlnummern kennt.
PS: Übrigens mache ich hier kein Phone-Patching, also ein Verbindungsaufbau zwischen dem öffentlichen Telefonnetz und dem Amateurfunk, was übrigens rechtlich problematisch ist. Ich telefoniere nur von meiner Nebenstellenanlage aus, über die ich die volle Kontrolle habe. Das alte Telefon mit der Software dahinter ist nur das Interface anstelle des üblichen Windows-Programms. Eine Verbindung vom öffentlichen Telefonnetz ist technisch zwar möglich, aber nicht vorgesehen und nicht freigegeben.
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