| Passwort vergessen?
Sie sind nicht angemeldet. |  Anmelden

Sprache auswählen:

Wumpus Gollum Forum von
Wumpus Welt der (alten) Radios
Sie sind nicht angemeldet.
 Anmelden

Altes Ericsson Kurbeltelefon
  •  
 1
 1
17.02.26 17:35
Volker 

500 und mehr Punkte

17.02.26 17:35
Volker 

500 und mehr Punkte

Altes Ericsson Kurbeltelefon

Hallo zusammen,

auf einem Flohmarkt für fast geschenkt erworben:




Wie schließe ich das eine FritzBox an und wie kann ich damit ohne Wählscheibe ausgehende Gespräche führen? Habe damit keine Erfahrung. Meiner besseren Hälfte gefällt der Apparat als Anschauungsobjekt. Ich will aber damit telefonieren. Kann man Asterisk so konfigurieren, dass sich beim Abheben das Amt meldet. Theoretisch könnte sich das Fräulein vom Amt als künstliche Stimme melden und eine Spracherkennung versteht die Telefonnummern.

Viele Grüße Volker

Zuletzt bearbeitet am 17.02.26 17:35

Datei-Anhänge
Ericsson Kurbeltelefon.jpg Ericsson Kurbeltelefon.jpg (14x)

Mime-Type: image/jpeg, 491 kB

Metabastler, regency, WalterBar, Alex und apollo gefällt der Beitrag.
!
!!! Fotos, Grafiken nur über die Upload-Option des Forums, KEINE FREMD-LINKS auf externe Fotos.    

!!! Keine Komplett-Schaltbilder, keine Fotos, keine Grafiken, auf denen Urheberrechte Anderer (auch WEB-Seiten oder Foren) liegen!
Solche Uploads werden wegen der Rechtslage kommentarlos gelöscht!

Keine Fotos, auf denen Personen erkennbar sind, ohne deren schriftliche Zustimmung.

Den Beitrag-Betreff bei Antworten auf Threads nicht verändern!
17.02.26 18:33
Metabastler 

100-249 Punkte

17.02.26 18:33
Metabastler 

100-249 Punkte

Re: Altes Ericsson Kurbeltelefon

Die (LLM) Dame vom Amt darf sich aber erst nach der Nutzung der Kurbel melden ;)
ansonsten müsste dann schon die Spracherkennung eines moderneren Schmierphones reichen

Zuletzt bearbeitet am 17.02.26 18:36

18.02.26 08:46
Volker 

500 und mehr Punkte

18.02.26 08:46
Volker 

500 und mehr Punkte

Re: Altes Ericsson Kurbeltelefon

Hallo zusammen,

so könnte man das schrittweise umsetzen, um das alte Kurbeltelefon an einer modernen Telefonanlage zu betreiben:

Ich möchte das alte Kurbeltelefon tatsächlich in Betrieb nehmen – anschließen an meine eigene Asterisk-Telefonanlage mit FritzBoxen als ATA-Adapter für die analogen Anschlüsse.

Hardwareseite: Kurbeltelefon fit machen

Kurbelinduktor stilllegen: Der eingebaute Induktor erzeugt beim Drehen bis zu 100V Wechselspannung – das ist unerwünscht, wenn jemand versehentlich daran dreht. Die Lösung ist simpel: Die beiden Anschlusskabel des Induktors abklemmen. Damit ist er galvanisch getrennt und kann nichts mehr in die Leitung einspeisen.

Anschluss an die FritzBox: Das Kurbeltelefon wird mit zwei Adern (a und b) an den analogen TAE-Anschluss der FritzBox geklemmt. Die FritzBox liefert alles was das Telefon braucht: Schleifenstrom, Rufspannung (~25Hz) für den elektromechanischen Wecker, und die Sprechspannung. Der Gabelschalter des Telefons übernimmt wie gewohnt das Signalisieren von „abgehoben" und „aufgelegt".

Ergebnis so weit: Das Telefon kann angerufen werden und der originale Wecker klingelt. Das Telefon ist dann nicht nur ein schöner Blickfang. Interessant auch für Fernmeldemuseen.

Automatisches Wählen per Arduino und DTMF: Da das Kurbeltelefon keine Wähltastatur hat, wird ein kleines Arduino-Modul gebaut, das folgende Aufgaben übernimmt:

Schleifenstrom erkennen: Wenn der Hörer abgehoben wird, fließt Gleichstrom durch die Leitung (~20–40mA). Ein Optokoppler erkennt das sicher und galvanisch getrennt.

Kurbel als Auslöser: Der Induktor wird zwar stillgelegt, aber der erzeugte Impuls beim Kurbeln wird über einen Spannungsteiler und eine Z-Diode auf ungefährliche 5V begrenzt und gibt dem Arduino das Signal zum Wählen. Eine halbe Umdrehung reicht dafür aus.

DTMF-Töne senden: Der Arduino spielt dann automatisch die gewünschte Zielrufnummer als DTMF-Töne in die Leitung ein – über ein Relais, das den DTMF-Generator nur während des Wählvorgangs zuschaltet.

Hörer stumm schalten: Damit der Nutzer die DTMF-Töne nicht im Ohr hat, schaltet ein zweites Relais die Hörersprechkapsel während des Wählvorgangs kurz.

Das gesamte Modul kann platzsparend im Gehäuse des Telefons untergebracht werden.

Ablauf in der Praxis: Hörer abheben → Freizeichen hören → an der Kurbel drehen → Arduino wählt automatisch die Zielrufnummer → Verbindung wird aufgebaut.

Das „Fräulein vom Amt" per Asterisk und Python:

Die gewählte Nummer landet auf einer Asterisk-Extension. Dort meldet sich eine Audiodatei als Ansage. Mittelfristig ist eine Spracherkennung geplant:

- Der Anrufer nennt die gewünschte Nummer
- Ein Python-AGI-Skript nimmt die Spracheingabe auf
- Vosk mit einem kleinen deutschen Sprachmodell (~50MB) erkennt die gesprochenen Ziffern – komplett offline, auch auf schwacher Hardware
- Asterisk liest die erkannte Nummer zur Bestätigung vor
- Nach Bestätigung wird die Verbindung automatisch aufgebaut

Mikrofon

Das originale Kohlemikrofon deckt ca. 300–3000Hz ab, was dem klassischen Telefonband entspricht und für Spracherkennung grundsätzlich geeignet ist. Falls die Kapsel nach Jahren ausgetrocknet oder körnig ist, wird eine selbst gebaute Transistorkapsel eingebaut.

Fazit

Ein überschaubares Bastelprojekt mit ein bisschen Hardware (Arduino, zwei Relais, Optokoppler) und etwas Software (Asterisk-Dialplan, Python-AGI, Vosk). Am Ende dreht jemand an der Kurbel eines 70 Jahre alten Telefons – und wird tatsächlich verbunden.

Viele Grüße Volker

Zuletzt bearbeitet am 18.02.26 08:50

22.02.26 14:44
Volker 

500 und mehr Punkte

22.02.26 14:44
Volker 

500 und mehr Punkte

Re: Altes Ericsson Kurbeltelefon

Hallo zusammen,

die Sache nimmt Fahrt auf. Jemand, den ich kenne, hat die Spracherkennung mit Vosk bereits umgesetzt. Jetzt geht es darum, dass Asterisk nach dem Abheben des Hörers reagiert und eine vordefinierte Nummer wählt. Laut Claude Sonnet 4.6 soll das gehen und man spart sich die Hardware mit dem DTMF-Tonwahl-Generator und man muss nur den Kurbelgenerator abklemmen. Die Frage ist, ob die leichtgewichtige Vosk-Spracherkennung auch Namen erkennt wie "Bitte verbinden Sie mich mit Kalle Anka".

Telefonieren ohne Tastenblock oder Wählscheibe ist für uns fast schon undenkbar. Aber: Die Einführung der Wählscheibe wurde laut ChatGPT mit gemischten Gefühlen betrachtet. Hier ein paar typische Reaktionen und Anekdoten aus den ersten Jahrzehnten der Wählscheiben-Telefone, vor allem aus den USA und etwas Europa:

1. **Verunsicherung und Angst vor Fehlern:**
Viele Leute drehten zuerst die Zahlen sehr vorsichtig, aus Angst, die Mechanik kaputtzumachen. In einigen Städten gab es Berichte, dass Leute die Scheibe „nur bis zur Hälfte“ drehten oder den Finger zwischendurch rauszogen – was natürlich die Verbindung verhinderte. Besonders ältere Menschen fanden die Selbstwahl einschüchternd.

2. **Anfänglicher Widerstand – „Früher war alles besser“:**
Manche Kunden meinten, die alte Vermittlung sei viel bequemer, weil man sich nicht um Nummern kümmern musste. Es gab sogar Briefe an die Telefongesellschaften mit dem Tenor: „Warum soll ich jetzt alles selbst machen?“

3. **Werbefilme und Demonstrationen:**
Die zeigten Telefongesellschaften in kurzen Clips Schritt für Schritt: Hörer abheben, Finger in die Scheibe, bis zum Anschlag drehen, zurücklaufen lassen, Ton abwarten, weiterwählen. Oft gab es in den Filmen auch Szenen, in denen Kinder das Gerät problemlos bedienten – um zu zeigen: „Es ist gar nicht schwer.“

4. **Stolz und Status:**
Manche Leute waren aber auch stolz: Wer die Wählscheibe bedienen konnte, war „modern“ und „technisch versiert“. In einigen Gegenden erzählte man, dass Kinder ihren Eltern zeigen mussten, wie man richtig wählt – das war wie ein kleines Statussymbol.

5. **Praktischer Nutzen:**
Bald merkte man: Selbst wählen geht schneller als über einen Vermittler, man ist unabhängiger und kann sofort anrufen, ohne warten zu müssen. Für Leute, die viel telefonierten, war das am Ende ein echter Vorteil.

In Summe: Anfangs Unsicherheit und Skepsis, später Stolz und Akzeptanz. Es war ein Paradigmenwechsel vom Service zum Selbstbedienen, und die Werbung half enorm, die Hemmschwelle zu senken.

Spannend ist, dass Innovationen damals wie heute – und wohl auch künftig – zunächst auf Ablehnung stoßen. Vermutlich, weil das Gehirn erst umdenken muss, was anfangs Kraft und Energie kostet, bis das Neue zur selbstverständlichen Routine wird, auf die man nicht mehr verzichten möchte. Mir geht es nicht anders. Anfangs hatte ich das Smartphone wegen der umständlichen Bedienung abgelehnt. Jetzt will ich darauf nicht mehr verzichten. Ein Leben ohne Smartphone kann ich mir nicht mehr vorstellen. Damals musste man nach dem Weg fragen, Telefonzellen aufsuchen und wenn man eine Frage hatte, ging man in die Bibliothek. Heute habe ich sogar einen Sprachübersetzer in der Hosentasche.

Daniel Kahneman ist ein Psychologe und Nobelpreisträger, bekannt für seine Forschung über menschliche Entscheidungsprozesse und Urteilsfehler. Laut Daniel Kahneman gibt es zwei Denksysteme:

System 1 – das schnelle Denken: automatisch, intuitiv, emotional, spart Energie. Du benutzt es, um Alltagssituationen schnell einzuschätzen, z. B. Gesichter erkennen oder einfache Entscheidungen treffen.

System 2 – das langsame Denken: bewusst, logisch, anstrengend. Es wird aktiviert, wenn du etwas Neues lernst, Probleme löst oder genau rechnen musst.

Das Problem bei Innovationen ist oft: System 1 sagt „kompliziert, unbequem, lieber bleiben wie gehabt“, während System 2 erst aktiv werden muss, um umzudenken. Deswegen kostet es am Anfang Energie, bis Neues zur Routine wird.


Viele Grüße Volker

Zuletzt bearbeitet am 22.02.26 14:57

 1
 1
Entscheidungsprozesse   Sprachübersetzer   Asterisk-Dialplan   Asterisk-Extension   Alltagssituationen   Spracherkennung   Kurbeltelefon   Vosk-Spracherkennung   selbstverständlichen   Anschauungsobjekt   Hörersprechkapsel   Python-AGI-Skript   Asterisk-Telefonanlage   DTMF-Tonwahl-Generator   Telefongesellschaften   Wählscheiben-Telefone   Paradigmenwechsel   Nobelpreisträger   elektromechanischen   leichtgewichtige