Re: Technische Daten der ersten Telefunken-Röhren mit Spiralgitter
Hallo zusammen,
dieser Beitrag liest sich leider wegen der Löschungen nicht mehr so gut. Je nach Betrachtung ist das aber andererseits auch nicht schlecht. Ich habe diese Woche eine EVN171 mit der Nummer #204955 erhalten. Auf der Vorderseite ist zu lesen
Telefunken D.R.P. Type E.V.N.171 No. 204955/4
Der geforderte Heizstrom beträgt also 540 mA. Auf der Rückseite ist in das Glas ein grosses "E" gefräst. Kennt jemand die Bedeutung?
Wie auch bei der älteren No. 80557/4 aus den USA fehlte die Banderole. Aus einem Foto der No. 203034/4 konnte ich das Datum 05.04.1918 erkennen.
Ich habe die Kennlinien der beiden Röhren zusammen mit der berechneten Kurve für eine Anodenspannung von 120 Volt in einem Diagramm zusammen- gefasst:
Beide Röhren haben nach mehr als 100 Jahren keinen nennenswerten Emissionsverlust. Das scheint aber bei einem Betriebsstrom von wenigen Hundert Mikroampere auch keine grosse Rolle zu spielen. Jedenfalls spielen sie gut im Rückkopplungsaudion mit Serienkreis im Eingang. (Kopfhörer PX200, Übertrager 3500 Ohm : 8 Ohm, Anodenspannung 30V)
Während der momentanen Wirtschaftskrise und dem Alter potentieller Interessenten sind Schnäppchen gut zu machen. Für die Generation 75+ stellt sich die Frage nach einer Entsorgung. Ernst Erb feierte vorgestern seinen 90.Geburtstag. Am Wochenende endete eine Sonderauktion seiner Sammlung in der Bucht.
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Re: Technische Daten der ersten Telefunken-Röhren mit Spiralgitter
Moin;
An dieser Stelle einige der Sachen, die bei der "Neuordnung" meiner Beiträge aus gegebenem Anlass unter den Tisch gefallen sind. Es macht zwar Spaß, über den einen oder anderen Sachverhalt zu spekulieren, auf diese Art ist vor einigen Jahrzehnten auch Tertiär-Literatur entstanden, aber wirklich befriedigend sind eigentlich nur belastbare Infos aus "1.Hand".
So klärt sich die Frage, welches Wissen zu der betreffenden Zeit von 1914-1917 vorhanden war automatisch, wenn man die Arbeit Schottkys : "Über Hochvakuumverstärker" anschaut. https://archive.org/details/archiv-fur-e...age/n9/mode/2up
Als Liebhaber alter Empfangstechnik kommt man sofort von der Röhre zu deren Anwendung, seit einigen Jahren findet man alte Berichte darüber, zum Beispiel dieses Beute-Gerät. Es scheint, dass sämtliche Wickeldaten ermittelt wurden, und so ergibt sich ein direkter Bezug zum Schottky-Artikel. https://archive.org/details/archiv-fur-e...age/n9/mode/2up
Demnach hat der Detektor-Übertrager ein Übersetzungs-Verhältnis von 1:20 und der Zwischenübertrager 1:4 60.000 Windungen für die Gitterwicklungen, das ist schon eine Hausnummer.
Da sich das Ausgangs-Kennlinienfeld aus den umfangreichen Messungen ausreichend rekonstruieren ließ, kann man die Röhre auch von dieser Seite her betrachten.
Da der Hörer direkt an der EVN171 hängt, ist pi mal Daumen eine Impedanz von 20 kOhm angenommen, ich weiß nicht, welche Hörer da genau im Feldeinsatz gängig waren. Die 4000 Ohm-Hörkapseln werden in der alten Literatur als besonders empfindlich beschrieben, ein Doppelkopf-Fernhörer mit zwei in Serie geschalteten Kapseln würde schon ganz gut passen, auch ohne AÜ.
Besser die Verhältnisse mit Zwischenübertrager, der an den Innenwiderstand der Röhre nach den Ausführungen von Schottky anzupassen ist.