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Mobiles MW-Pentodenaudion und Detektor-Versuche
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23.07.24 16:03
basteljero 

500 und mehr Punkte

23.07.24 16:03
basteljero 

500 und mehr Punkte

Mobiles MW-Pentodenaudion und Detektor-Versuche

Hallo,
Ein minimal-Audion soll es diesmal werden, nur eine Röhre.
Mittelwelle, da kommen am Tage hier 3 schwache Sender, Niederlande und
Großbritannien.
Außerhalb von bebautem Gebiet ist es ruhiger, da kommen noch etwas mehr Niederländer
rein.

Aufbau wieder sehr rustikal auf Holzbrett.
Der Drehko hat einen Holzdeckel bekommen, mit Silicagel-Trockenpatrone, wie alle meine
"Outdoor-Konstruktionen" für rauhen Einsatz.
Holzteile wieder mit Kerzwnwachs und Heißluftföhn wasserabweisend gemacht.

Drehko-Kontrolle
Vorher auf Herz und Nieren geprüft:
Mit 80 Volt lassen sich Feinschlüsse (durch Ausblühungen) detektieren bzw. freibrennen.
Mit dieser groben Methode und sehr feinem Metall-Schleifpapier lässt sich so mancher
Luftdrehko noch verwenden, man braucht ja nur ein Paket und oft hat das für den
Oszillator einen größeren Plattenabstand als das für den Eingangskreis.
Es muß die eine Elektrode aber direkt an den Rotor angeschlossen werden, damit nicht die
Massekontakt-Schleifer beschädigt werden.


Betrieb mit 36V Pedelec-Akku, 200 mA sind's diesmal für die CF3 (12Volt)
Heizwiderstand aus einem alten Lockenwickler passte genau, Alternative väre die UF5 mit
100mA gewesen.

Weicher Rückkopplungseinsatz ließ sich durch Absenken der Schirmgitterspannung auf 24 Volt,
hohen Gitterableitwiderstand (2,2M) und vor allem durch Arbeitspunktverschiebung über
Diode im Kathodenkreis erzielen.

Rückkopplund über Schwenker, damit die NF-Verstärkung im maximalen bereich bleibt.

Es werden noch verschiedene Spulen ausprobiert, die im Bild geht etwa von 400 kHz bis
1000 kHz.
Es erwies sich als vorteilhaft für die Kreisgüte, wenn der Drehko im Bereich von etwa 300p bis
100p arbeitet.

Ging gestern an der Dachboden-Drahtantenne sehr schön, nur gegen den späten Abend hin
wurde "radio Caroline" von Slowenien gestört, da müsste die Rahmenantenne eingesetzt
werden.

Gruß
Jens

Zuletzt bearbeitet am 23.07.24 16:13

Datei-Anhänge
MW-Versuchsaudion-Detektor_2024-07-23.jpg MW-Versuchsaudion-Detektor_2024-07-23.jpg (255x)

Mime-Type: image/jpeg, 376 kB

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    24.07.24 18:48
    basteljero 

    500 und mehr Punkte

    24.07.24 18:48
    basteljero 

    500 und mehr Punkte

    Re: Mobiles MW-Pentodenaudion und Detektor-Versuche

    Hallo,
    Die Spule soll hier ihren eigenen Platz bekommen.
    Nach einigen Versuchen wurde die Zylinderspulenform gewählt, Volldraht wegen der mechanischen
    Unempfindlicheit.
    Was kann man mit einfachsten Mitteln erzielen?

    Ein recht großer Spulendurchmesser war bei den alten Detektoren Mittel, um höhere Güte zu erzielen.
    Versuch:
    Von einem Pappkarton eine Schicht entfernt, der Rest um einen passende Glaskörper
    gelegt und von außen mit verdünntem Holzleim ("Ponal") getränkt.
    Es lassen mit sich mit einer Zange dünne Stege herstellen, die Windungen liegen später nur auf diesen
    auf.
    Nach vollständiger Trocknung wurde der komplette Körper dann in gleicher Weise nochmal getränkt
    und getrocknet.

    Auf diesen (jetzt harten) Wickelkörper 40 Wdg 0,2 mm Cul mit etwas Abstand aufgewickelt, alle 10 Wdg. Anzapfung
    für Antenne und Detektor-Dioden-Anschluß.
    Festgelegt dann wieder mit Holzleim, vielleicht kann man den schon beim Wickeln auftragen.
    Versuch macht kluch.

    Für den Audion-Betrieb ist eine kleine Rückkopplungs-Wicklung mit geringer Güte verstellbar angeordnet.
    10 Windungen, die Schwingungen setzen ohne Kurzantenne noch nicht, mit Dachbodenantenne an der
    Spule noch gut ein.
    Es wurde dann noch mit sehr lose eingekoppeltem Generator (1pF) und Oszi an 10Wdg-Abgriff die
    3db (70,7% / 5,6 DIV) die Bandbreite bestimmt und mit ungefähren Werten für Spule und Drehko
    nachgerechnet:


    Die Verluste entsprechen in etwa einem zugeschalteten parallel-Widerstand von 130 kOhm
    und könnten mit HF-Litze noch weiter reduziert werden. Oder mit Schalenkern bzw. Ferritstab.

    Man kommt da aber an Grenzen:
    - Der Detektor belastet den Kreis, selbst bei einem Kristallhörer machen zugeschaltete 68 kOhm
    "den Kohl nicht fett"
    (https://www.welt-der-alten-radios.de/det...phones-202.html)
    - Die Antenne liefert nicht nur Energie, sie strahlt auch ab und wirkt so dämpfend auf den Kreis.
    Und fest werde ich koppeln müssen, wenn überhaupt am Tage mit Detektor was zu empfangen ist.

    Bisher noch nie nachgemessen, weil man ja eh nichts machen kann als Antennenkopplung und Detektor-Ankopplung
    der Diode / Kopfhörer mit den jeweiligen Anzapfungen zu optimieren.
    Bei der derzeit verwendeten kurzen Drahtantenne direkt am Kreis halbiert sich die Spannung, die Bandbreite
    verdoppelt sich, die Güte halbiert sich.
    Der Drehko muß in seiner Kapazität wegen der Antennen-Kapazität hochgedreht werden um auf 600 kHz zu bleiben.

    Verschiedene Szenarien mit redcrab durchgespielt:
    Eine (schwer zu erzielende) Güte von etwa 300 (Rp =^ 260 k) würde durch die Antenne auf 97 herabgesetzt,
    mit dieser geringerwertigen Spule wäre die Güte noch 74.
    Ohne die Belastung durch Detektor-Diode und Kopfhörer.

    ----
    Audion kein Thema, Grundrauschen gut hörbar, auch im niederohmigen Hörer.
    Es könnte sein, dass sich ein guter 1,8VA-Printtrafo (230/2x9V) für einen Detektor besser eignet als mancher
    NF-Ausgangsübertrager mit größerem Kern und dem nicht benötigten Luftspalt, der die Induktivität
    verringert.
    Deshalb hier übrigens nur ein kleiner Kernschnitt (kleiner Printtrafo):
    Er hat eine größere Induktivität als beispielsweise der bekannte 10W-ELA-Übertrager und ein günstigeres
    Übersetzungsverhältnis für den Hörer.

    Nachtrag:
    Mit "kurz-lang"-Schaltung nun auch der ganze MW-Bereich erfaßt, mit erstaunlich guter Resonanzschärfe,
    obwohl die Antenne direkt an den Kreis gekoppelt ist.
    https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...5&page=2#15
    Eine gewisse 50Hz-Brumm-Empfindlichkeit ist aber da, weil (noch) eine aperiodische Auskoppel-Spule fehlt.

    Nach der Quellensuche soll nun der Selbstbau-Galenit-Detektor in Angriff genommen werden.
    https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...&thread=156


    Gruß
    Jens

    Zuletzt bearbeitet am 30.07.24 12:26

    Datei-Anhänge
    Zylinderspule 10cm 400kHz-800 kHz.jpg Zylinderspule 10cm 400kHz-800 kHz.jpg (262x)

    Mime-Type: image/jpeg, 274 kB

      04.08.24 16:15
      basteljero 

      500 und mehr Punkte

      04.08.24 16:15
      basteljero 

      500 und mehr Punkte

      Re: Mobiles MW-Pentodenaudion und Detektor-Versuche

      Hallo zusammen,
      die "lang-kurz-Schaltung" wurde nicht weiter verfolgt, es zeigte sich, dass der Lautstärke-Verlust
      mit Auskoppel-Spule recht hoch war gegenüber der direkten ankopplung des Detektors.
      (Mit der rückgekoppelten Röhre lässt sich das stärkere Signal einer größeren Antenne simulieren.)

      Also wurde der Aufbau abgeändert, die Koppelspule (ebenfalls 40 Wdg. aber kleinerer Durchmesser)
      erfaßt den oberen MW-Bereich.
      Beide Spulen sind nun mit einfachem selbstgebasteltem Buchenholz-Stecker versehen, über die
      Anzapfungen kann einmal die Antenne und auch der Detektor angepaßt werden.


      Es zeigt sich bei den diversen Aufbauten ein großer Vorteil des schwenkbaren Spulenkopplers:
      Der große Variationsbereich, der hier den recht starken Energie-Entzug durch die Antenne ausgleichen muß.
      Es kann sehr fein eingestellt werden (Synchronempfang bei schwachem Signal!).

      Wichtig war in diesem Aufbau, dass das HF-mäßig "kalte" Ende (Masse) der Kreisspule zum Hebel hin zeigt,
      hier ist die Handempfindlichkeit (wg.Handkapazität) geringer als am "heißen" Ende der Spule.
      Die im Katodenzweig liegende Rückkopplungsspule ist unempfindlich und benötigt übrigens weniger
      Windungen als wenn sie im Anodenzweig liegen würde.

      Die Wahl der Rückkopplungs-Spule ist auch ein Faktor in Bezug "weicher Rückkopplungseinsatz", 40 Wdg.
      erzeugten harten, 20 Wdg. weichen Einsatz.
      Getestet an der oberen Bandgrenze (Drehko raus) und ohne Antenne, also mit geringster Dämpfung.

      Detektor:
      Ein zweites Brett ist auch schon wieder in Arbeit, Ziel ist ja Detektor-Empfang im Gelände, ohne Röhre.

      Aus dem Garnrollen-Halter einer alten Nähmaschine soll ein Detektor entstehen, eine Batterie
      ist ebenfalls vorgesehen für die Vorspannung, die bei manchen Kristallen vorteilhaft ist.
      Da die Polarität unterschiedlich sein kann, ist folgende Schaltung gewählt:


      Es gibt da mittlerweile eine Menge an Info's im Netz, einige sind hier aufgeführt:
      https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...&thread=156

      Das Schöne ist:
      Man muß das Rad nicht von vorne erfinden:
      h t t p://edi.bplaced.net/?Edi%60s_Specials___Special%3A_Detektorempfaenger_und_ihre_Schaltungstechnik-_Schaltungssammlung___Edi_baut_einen_Kristalldetektor-_Empfaenger%2C_Teil_9%2C_Vergleichsgeraet_Baukasten%2C_Testaufbau%2C_Messungen

      Es soll auch noch versucht werden, mit passendem NF-Übertrager und "in-ear-Hörern" die Lautstärker
      des 4000 Ohm Hörers zu erzielen und möglicherweise noch zu übertreffen.

      Gruß
      Jens

      Zuletzt bearbeitet am 06.08.24 21:15

      Datei-Anhänge
      Audion-und-Detektor-mit-Wechselspulen_2024-08-04.jpg Audion-und-Detektor-mit-Wechselspulen_2024-08-04.jpg (233x)

      Mime-Type: image/jpeg, 462 kB

      Vorspannung-Diode.JPG Vorspannung-Diode.JPG (215x)

      Mime-Type: image/jpeg, 13 kB

        04.08.24 16:36
        Martin.M 

        500 und mehr Punkte

        04.08.24 16:36
        Martin.M 

        500 und mehr Punkte

        Re: Mobiles MW-Pentodenaudion und Detektor-Versuche

        hallo Jens,
        bei dem Fleiß den du an den Tag legst wundert es mich jetzt garnicht das sogar Frühstücksbrettchen schon verbaut werden.
        Ich kann dir ein Päckchen mit div. schönen Hilfmitteln stiften, insbesondere Phenol-Hartplatten. Sowas haben Audions richtig gern als Unterbau

        lG Martin

          04.08.24 18:16
          basteljero 

          500 und mehr Punkte

          04.08.24 18:16
          basteljero 

          500 und mehr Punkte

          Re: Mobiles MW-Pentodenaudion und Detektor-Versuche

          Hallo Martin,
          danke für das Angebot.

          Aber Phenolharz geht hier leider nicht:
          Ich mußte bleifreies "Radiolot" aus dem Baumarkt verwenden, eine Art schmelzbarer Bindedraht,
          der braucht mindestens einen 60W-Lötkoben.
          Mit den 3mm Spax-Schrauben als Lötösen muß es Buchen- oder Eichenholz sein,
          Phenolharz würde die notwendige Schmelztemeratur nicht aushalten...

          Es soll hier gezeigt werden, dass man auch mit einfachsten Mitteln durchaus leistungsfähige
          Gerätchen bauen kann.
          Der Luftdrehko aus einem zerdepperten Röhrenradio, der eine bessere Qualität hat als ein Folien-Drehko,
          leicht erhältlicher Cu-Lackdraht. ein billiger moderner "In Ear"- Kopfhörer mit hoher Empfindlichkeit usw.

          Und die alte Methode, Holz in Paraffin auszukochen, hat auch etwas für sich und wird auch heute noch
          ab und an in russischen Foren empfohlen.
          Man müsste mal die dielektrischen Verluste zwischen zwei Bananenbuchsen im Abstand von 2 cm messen,
          vermutlich gar nicht mal so hoch.

          Wer einen "Hochleistungs-DX-Detektor bauen will, der nimmt natürlich HF-Litze, hochwertige Spulenmaterialien
          So sind in dem "SAQ-Detektor" beispielsweise Schalenkerne eingesetzt.
          https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...&thread=154

          Es ist aber anderseits auch reizvoll hier etwas vorzustellen, was leicht nachgebaut bzw. adaptiert werden kann.
          Und rund 100 Jahre nach Einführung des MW-Rundfunks haben wir ja mit etwas Glück auch passende
          Randbedingungen:
          Weit entfernte Sender mit geringer Sendeleistung...

          Gruß
          Jens

            04.08.24 19:23
            WalterBar 

            500 und mehr Punkte

            04.08.24 19:23
            WalterBar 

            500 und mehr Punkte

            Re: Mobiles MW-Pentodenaudion und Detektor-Versuche

            Hallo Martin,

            diese Antwort war zu erwarten. Jens will auffallen und beachtet werden.
            In dieser Form wird das aber mit einiger Sicherheit niemand nachbauen.
            Bastelpedia halt. Eine Art von Minimalismus. Du und ich haben bleihaltiges
            Lot, was ja auch zulässig ist. Temperaturgeregelte Lötkolben, warum denn?
            Wenns Spass macht, was solls. Wir werden unseren Standart deswegen
            nicht aufgeben. Vor dem Pertinax waren Hartgummiplatten in Mode.
            Komischerweise hatte ich nie Probleme mit der Löterei.

            Gruss
            Walter

            Zuletzt bearbeitet am 04.08.24 19:27

              05.08.24 23:42
              basteljero 

              500 und mehr Punkte

              05.08.24 23:42
              basteljero 

              500 und mehr Punkte

              Re: Mobiles MW-Pentodenaudion und Detektor-Versuche

              Hallo zusammen,

              Hier sind einige sehr interessante Infos und eine Menge Tipps aus der Praxis des Detektor-Baus
              zu finden:
              https://skywaves.ar88.net/Presentations/...0Sets%20202.pdf
              demnach gibt es "In-Ear-Hörer", die von der Empfindlichkeit her an die alten "sound powered"-Hörer
              herankommen.
              Da müsste man anpassen, und so wurden getestet:
              AÜ aus einem alten Röhren-Radio, vmtl. EL84.
              Printtrafo 1,2 VA / 220V+100V / 9V
              10W-ELA-Übertrager (Conrad, Völkner)

              Der gab letztendlich das lauteste Signal, auch wenn ohne Belastung durch den Hörer die Spannung
              etwas abfiel:

              Mit einem Parallel-C wurde die Eigen-Resonanz des Übertragers auf etwa 1000 Hz gebracht.
              Durch die bessere Anpassung ergibt sich unterm Strich eine geringe, aber hörbare Verbesserung
              im Vergleich mit dem 47 kOhm Vorwiderstand.
              Fazit:
              Die Eisenverluste des recht großen ELA-Trafos sind geringer als erwartet und werden durch die bessere
              Kopplung und geringeren Wicklung-Widerstände gegenüber dem 1,2 VA-Printtrafo wettgemacht.

              Es muß jetzt noch ein niederohmiger Hörer mit hohem Schalldruck gefunden werden, alles was sich
              hier so angesammelt hat, war leiser als der hochohmige Hörer.

              Nachtrag:
              Das ist jetzt mit einem In-Ear-Hörer gelungen, die Vorwiderstände im Hörer wurden durch Schutzdioden
              ersetzt und dann mittels Print-Trafo hochohmiger Anschluß-
              ("Kopfhörer für Detektorempfang")
              https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...mp;thread=158#1

              Gruß
              Jens

              Weiterer link:
              https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum/faq.php#Umgang

              Zitieren:
              Es ist selbstverständlich, daß man höflich miteinander umgeht und den Anderen respektiert und nicht herablassend behandelt, auch wenn man anderer Meinung zu einem Thema ist und Jemand bei einer falschen Darstellung "erwischt" hat. Sätze, wie "Was Du da meinst, ist Quatsch" oder "das ist totaler Unsinn" sind nicht wirklich notwendig, weil sie (auch unbewusst) den so bedachten Teilnehmer herabwürdigen könnten. Will man, dass andere Leute einen selbst so ansprechen? Ich denke nein.


              Zuletzt bearbeitet am 21.08.24 10:17

              Datei-Anhänge
              Test_ELA-Übertrager.JPG Test_ELA-Übertrager.JPG (227x)

              Mime-Type: image/jpeg, 17 kB

                07.08.24 15:04
                basteljero 

                500 und mehr Punkte

                07.08.24 15:04
                basteljero 

                500 und mehr Punkte

                Re: Mobiles MW-Pentodenaudion und Detektor-Versuche

                Hallo,
                Für die ersten Tests ist ein "nasser Draht" gespannt:
                ca. 14m Lang, 4m hoch.
                Ergebnis als Detektor:
                "Irgendwas ist da im Hintergrund, extrem leise".
                Also NF-Verstärker nachgeschaltet, gegen Mittag sind mit der "großen Pappspule" "Radio Caroline" und "BBC4" zu hören
                und gut getrennt.
                Mit der höherwertigen Ferritstab-Spule noch ein niederländischer Sender dazwischen.

                Die Unterschiede zum Rückkopplungs-Audion selbst mit nur einer Röhre sind gewaltig, die Gründe dafür
                multiplizieren sich quasi:

                - Die Detektor- (Germanium-)Diodengleichrichtung belastet mit dem angeschlossenen Hörer den Kreis
                stark und muß an eine Spulenanzapfung gelegt werden.
                Dadurch wird einmal die Ausgangsspannung reduziert und die Gleichrichter-Wirkung der Diode verringert.
                (Die einstellbare Vorspannung hilft zwar etwas, die Unterschiede sind bei den getesteten Germanium-Dioden
                hörbar, aber gering.)
                Das Audion kann als hochohmiger Gitter-Gleichrichter dagegen direkt an die Spule gelegt werden.
                - Durch die Rückkopplung des Audions findet eine HF-Verstärkung statt, gleichzeitig wird der gesamte
                Empfangskreis entdämpft.
                - Dazu kommt dann noch die NF-Verstärkung des Audions.

                Fazit:
                Der Detektor an sich ist keineswegs ein "Anfängerprojekt", wie vielfach im Netz zu lesen ist, eher im Gegenteil:
                Man sollte erstmal einen Audion-Empfänger (am besten mit 2 Röhren, Rückkopplungs-Audion+NF)aufbauen,
                hier steht eine große Verstärkungs-Reserve zr Verfügung.
                Die Verwendung von kleinen Behelfs-Antennen ist dann möglich.

                Um den Detektor empfindlich und trennscharf zu machen war es nötig zumindest eine kleine Hochantenne
                herzustellen und einen zweiten, abstimmbaren Kreis hizuzufügen:

                Mit Eintritt der Dämmerung sind dann zunehmend mehr Sender empfangbar.
                ----
                @Martin

                Zitieren:
                bei dem Fleiß den du an den Tag legst wundert es mich jetzt garnicht das sogar Frühstücksbrettchen
                schon verbaut werden.
                Ja, die Dinger sind wirklich praktisch und die alten amerikanischen Heftchen aus den 1920ern sind voll
                von "hook-ups" die schnell aufgebaut sind, um verschiedene Schaltungen auszuprobieren.

                Beispielsweise zeigte sich hier, dass die Ankopplung der Antenne an eine der Anzapfungen nicht zweckmäßig
                ist:
                Es kommt besonders abends ein MSK-Sender von einem der höheren Bänder zum Vorschein.
                Offenbar ergibt sich eine KW-Nebenresonanz der Kreisspulen-Teilwicklung und der Antenne.
                Da könnte man überlegen, einen abgestimmten Antennenkreis (evtl. kurz-lang-Schaltung) auf noch einem
                Brettchen aufzubauen und danebenzustellen.


                Gruß aus Bastelpedia
                Jens

                Zuletzt bearbeitet am 21.08.24 10:15

                Datei-Anhänge
                Aufbau 2-Kreis-Detektor mit Hochantenne.jpg Aufbau 2-Kreis-Detektor mit Hochantenne.jpg (262x)

                Mime-Type: image/jpeg, 120 kB

                  11.08.24 13:17
                  basteljero 

                  500 und mehr Punkte

                  11.08.24 13:17
                  basteljero 

                  500 und mehr Punkte

                  Re: Mobiles MW-Pentodenaudion und Detektor-Versuche

                  Hallo,
                  Und nun? Soll man auf Detektor-Versuche verzichten, nur weil man keine 15m hohe und
                  100m lange T-Antenne spannen kann?

                  Natürlich nicht, man kann den Detektor auch nach der Röhre schalten, wie das Telefunken
                  1913 gemacht hat.
                  Eine optimale Röhren-Ausnutzung ergibt sich in der "Reflexschaltung", also dem Ausnutzen der
                  Röhre sowohl zur HF- als auch NF-Verstärkung:
                  h t t p s:
                  //archive.org/details/die-wissenschaftlichen-grundlagen-des-rundfunkempfangs_20230210/page/373/mode/2up?view=theater

                  Hier soll lediglich die HF-Spannung einer kurzen Drahtantenne angehoben werden, um genügend
                  Signal für Detektor-Versuche zu haben.

                  Dazu den Anodenkreis (gleichzeitig HF-Trafo) bei der CF3 für den MW-Bereich auch abstimmbar machen,
                  gibt enorme HF-Verstärkung selbst bei 40 Volt:

                  Der eigentliche Detektor ist hier "pi mal Daumen" im Verhältnis 3:1 ausgekoppelt.

                  Bei sehr kleinen HF-Spannungen ist die Gleichrichterwirkung der Diode eingeschränkt, das Oszi
                  am Hörer zeigt, dass die Gleichrichterwirkung in der einen Richtung nur etwas über der
                  in der Gegenrichtung liegt. (Stichwort: "Reizschwelle")
                  Hier ist die einstellbare Vorspannung von Vorteil, man kann den Punkt der größten Krümmung
                  auf der Dioden-Kennlinie wählen.
                  Wird die Rückkopplung angezogen, verbessern sich die Verhältnisse sichtbar und Klang sowie
                  Lautstärke verbessern sich ebenfalls.

                  Da besonders mit dem entdämpften Eingangskreis die Gefahr der "Huth-Kühn-Selbsterregung"
                  (Schwingen der HF-Stufe) möglich ist, bekommt die Detektor-Diode einen 330Ohm Schutzwiderstand
                  vorgeschaltet, denn mit ähnlicher Schaltung habe ich schon 1N4147 mühelos zerschossen.

                  Die 10cm-Spulen haben ein bemerkenswert weites Streufeld und mussten wie im Bild zu sehen
                  angeordnet und exakt ausgerichtet werden, sonst trat Schwingneigung auf.

                  Unterschied zum "Audion":
                  Die Lautstärke am Hörer nach dem Detektor war etwas größer als bei der Audion-Schaltung;
                  es wäre noch NF-Verstärkung in Reflex-Schaltung möglich, was hier aber nicht notwendig ist:
                  "radio Caroline", 648 kHz, liefert hier sehr lautstarkes Signal von etwa 200mV am 4000 Ohm-Hörer.

                  - Die Vorspannung (jetzt 2 Dioden im Katodenzweig) kann höher gewählt werden, die Rückkopplung
                  ist frequenzstabiler (vmtl. wg. kleinerer Gitterkapazitäts-Änderung)
                  - Synchron-Empfang schwieriger, wenig Neigung sich mitziehen zu lassen bei gleich abgestimmten
                  Kreisen.
                  - Durch geringfüiges Verstimmen der Kreise gegeneinander kann die Bandbreite verändert werden.
                  - Die Selektion (abendlicher Empfang) gegenüber benachbarten Senddern ist verbessert.
                  - Es sind 2 Rückkopplungsarten miteinander kombinierbar, die gewohnte Entdämpfung des Eingangskreises
                  über die Katodenspule und eine Rückkopplung über die beiden Kreisspulen.

                  Gruß
                  Jens

                  Zuletzt bearbeitet am 11.08.24 22:54

                  Datei-Anhänge
                  MW-Audion-und-HF-Verstärker_CF3_2024-08-11.JPG MW-Audion-und-HF-Verstärker_CF3_2024-08-11.JPG (211x)

                  Mime-Type: image/jpeg, 348 kB

                    29.08.24 18:07
                    basteljero 

                    500 und mehr Punkte

                    29.08.24 18:07
                    basteljero 

                    500 und mehr Punkte

                    Re: Mobiles MW-Pentodenaudion und Detektor-Versuche

                    Hallo,
                    Der offene Brettaufbau ist praktisch in der Bastelecke, "im Feld" jedoch denkbar ungeeignet.
                    Also nochmal neu aufgebaut, prinzipell nur mit dem, was vor 100 Jahren greifbar war.

                    Einige Tricks hatten die Jungs damals schon drauf, einer heißt: "Paraffin".
                    Wird Holz darin ordentlich ausgekocht, erhält man ein ganz anständiges Isoliermaterial, vergleichbar
                    in den elektrischen Eigenschaften etwa wie Gummi.
                    Bisher nur gute Erfahrungen mit dieser alten Technik gemacht, bisher kein Brett gerissen und auch
                    kein Lösen miteinander verleimter Teile.
                    Es lassen sich unter Schraubzwingen-Druck sogar krumm gewordene Bretter bzw. Kastendeckel
                    unter Hitze wieder gerade ausrichten.
                    Nach Wiki bestehen heutige Kerzen meist aus Paraffin, ein damit behandelter Weichholz-Kasten wird
                    absolut wasserfest, deutlich schwerer und auch härter.

                    Nachbehandlung erübrigt sich und die Maserung des Holzes tritt deutlich hervor.

                    3 Arten des Empfangs sollen möglich sein:
                    A) 1. Kreis ("links") als Primärkreis
                    B) 2. Kreis ("rechts") als primärer Antennenkreis, 1.Kreis ("links") als sekundärer Empfangskreis
                    C) 1. Kreis ("links") als Empfangskreis, HF-Verstärkung, 2. Kreis als Anodenkreis und Detektor

                    linkes Bild:
                    2000W-Heißluftföhn und Zubehör.

                    mittleres Bild:
                    Die CF3 liegend montiert, die Gitter-Haltestäbe jeweils "oben und unten"
                    Die notwendige "C-Batterie" für die Vorspannung bei HF-Verstärkung kann für Detektor umgeschaltet werden.
                    Die beiden Drehkos gekapselt.
                    https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...&thread=157

                    rechtes Bild:
                    Ein Vorversuch zeigte, dass ein Ferritstabkreis (80Wdg, fo= 800kHz) mehr als doppelte Leerlaufspannung
                    hat als eine einfache Pappspule von 13,5 cm Durchmesser, 35 Wdg. (beides Volldraht, etwa 0,2 cul.)
                    Ferritstabspule:
                    Nach "Philips technical review, 1954, s.192" mittig auf etwa 1/2 Stablänge gewickelt,
                    https://www.worldradiohistory.com/Archiv...Review-1954.pdf
                    etwas Abstand Kern-Spule ist notwendig, deshalb 4 Lagen dünnes Teflon-Band (Gewinde-Dichtband) als Unterlage.

                    Ein Detektor mit Ferritstab-Spulen ist in einem älteren Beitrag zu sehen:
                    https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...=115&page=3
                    Wie beschrieben, muss für einen Sekundärempfänger jeweils ein einzelner Stab verwendet werden:
                    Bei zu fester Kopplung geht die Empfangsspannung zurück ("Bandfilter-Doppelhöcker"), bei zu loser
                    Kopplung ebenfalls.

                    Sinn macht auch die "kurz-lang-Schaltung":
                    https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...5&page=2#17
                    Schon die kurze Behelfsantenne drückt die Resonanzfrequenz sehr stark nach unten, es muss
                    die Antenne an eine Anzapfung gelegt werden.
                    In Serienschaltung dagegen ("kurze Welle / kurz") kann die Antenne über den Drehko (etwa auf 300p)
                    auf das Spulenende gelegt werden.

                    Damit ein erster Tages-Empfangserfolg (BBC5 live, 693 kHz), allerdings musste ein Signal-Generator
                    auf die Behelfsantenne gekoppelt werden, damit die Germanium-Diode besser demoduliert
                    (veränderte Hüllkurve).

                    Gruß
                    Jens

                    Zuletzt bearbeitet am 29.08.24 18:30

                    Datei-Anhänge
                    Stand_2024-08-29.JPG Stand_2024-08-29.JPG (234x)

                    Mime-Type: image/jpeg, 890 kB

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