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Wumpus-Gollum-Forum von "Welt der Radios".
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... schon selten, so ein Audion mit magisches Auge (Band) .................
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29.02.20 10:06
WoHo 

WGF-Premiumnutzer

29.02.20 10:06
WoHo 

WGF-Premiumnutzer

... schon selten, so ein Audion mit magisches Auge (Band) .................

Winterzeit, Bastelzeit.......

Mal wieder einen alten Zweiröhrenaufbau herausgekramt und was Außergewöhnliches damit gemacht: Ein Audionempfänger mit optischer Abstimmanzeige mit Hilfe eines magisches Bandes! Meine Wahl fiel auf die EM800, wegen der hohen Anzeigeempfindlichkeit gegenüber den anderen Typen.



Funktionsbeschreibung
Der Aufwand sollte sich in Grenzen halten, sonst hätte ich ja direkt einen Superhet entwerfen können....

Das Pentodensystem der ECF80 dient zur aperiodischen HF-Verstärkung, was die Empfindlichkeit stark anhebt und außerdem eine Skaleneichung möglich macht, weil die Antenne keinen Einfluß auf den Abstimmkreis hat. Da es keine Regeleigenschaft hat, muss eventuell bei Ortssendern ein Poti oder Sperrkreis vorgeschaltet werden.

Das Triodensystem ist, wie üblich, für Gittergleichrichtung ausgelegt, wobei die Katode mit 47k hochgelegt ist. Das hat folgenden Grund:
Wird ein Sender empfangen wird das Gitter negativ gegenüber der Katode, der Anodenstrom sinkt. Damit wird -gegen Masse gesehen- auch die Katodenspannung niedriger und die Anodenspannung steigt an. Diese beiden gegenläufigen Spannungen A und B werden zur Ansteuerung der EM800 benutzt, was uns eine recht hohe Anzeigeempfindlichkeit bringt. Mit Einstellpoti P1 wird einmalig auf einen Anfangsleuchtbalken von ca. 5mm justiert.

Die Rückkopplung machte mir Kopfzerbrechen. Die AMROH Spule 402 hat zwar eine getrennte Wicklung dafür vorgesehen, funktioniert bei steilen Trioden nicht zufriedenstellend; die Kopplung zum Gitterkreis ist einfach zu fest. Auch eine Katodenrückkopplung an der Anzapfung habe ich mit wenig Erfolg probiert.
Durch die enge -kapazitive- Verkopplung der beiden Systeme ist eine Schwingneigung kaum zu unterdrücken, gestrichelt angedeutet. Also machte ich aus der Not eine Tugend: Rückkopplung über zwei Stufen, ähnlich dem „Franklin Oszillator“. Keine Phasendrehung erforderlich!
Die Regelung geschieht dadurch, dass die HF-Restspannung an der Anode der Triode durch eine variabele Kapazität mehr oder weniger stark abgeschwächt wird. Das bedeutet, dass bei eingedrehtem Kondensator die Entdämpfung abnehmt, die Station daher leiser zu hören ist. Das störte mich sehr, normalerweise ergibt eine Rechtsdrehung einen Lautstärkeanstieg. Die Lösung war, mit einem Differenzialdrehko (Hartpapiertyp von damals) kann man nur eine Hälfte des Plattenpakets anschließen und damit die mehr logische Funktion erreichen.

Über einen Entkopplungswiderstand von 3,9k geht es zum Lautstärkepoti und dem NF-Verstärker mit der ECL80. Da nur eine gemeinsame Katode vorhanden ist, muss die Gittervorspannung der Triode am geteilten Katodenwiderstand abgenommen werden. Um eine ungewünschte Verkopplung zu verhindern, ist der Parallelelko mit 2200µF mit Absicht so groß gewählt!

Als externen Lautsprecher kann man einen mit AÜ wählen, oder einen anderen hochohmigen Typ gebrauchen, wobei die Impedanz ca. 10 kOhm betragen sollte. Sollte man vergessen diesen anzuschließen, wird die Endröhre nicht beschädigt, weil die Schirmgitterspannung über eine Schaltbuchse unterbrochen wird. Eine Tonblende habe ich noch hinzugefügt, weil für meine (schlechten) Ohren die hohen Zischeltöne der meist englischen Stationen, mit hoher Modulationsbandbreite, nicht zu ertragen sind.....

Um den Synchron-Detektor Empfang (d.h. im schwingenden Zustand) zu erleichtern, sind zwei Drehkos zur Feinregulierung vorgesehen.





Gruß aus NL vom bastelwoho

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29.02.20 20:09
HB9 

WGF-Premiumnutzer

29.02.20 20:09
HB9 

WGF-Premiumnutzer

Re: ... schon selten, so ein Audion mit magisches Auge (Band) .................

Hallo Wolfgang,

diese Schaltung erinnert mich an mein erstes Audion und damit mein erstes Radio. Da hatte ich eine EF85 als aperiodische Vorstufe und eine EC92 als Audion sowie eine ECL82 als NF-Verstärker, somit also sehr ähnlich, aber ohne magisches Auge. Mit der Rückkopplung hatte ich auf MW keine Probleme (Einstellung über Poti), auf KW war sie aber recht hart und damit schwierig zum Einstellen, aber es ging.
Mit der ECF80 kannst du noch einen UKW-Bereich einbauen

Gruss HB9

29.02.20 21:33
ELEK 

WGF-Nutzer Stufe 2

29.02.20 21:33
ELEK 

WGF-Nutzer Stufe 2

Re: ... schon selten, so ein Audion mit magisches Auge (Band) .................

...schöner Aufbau, interessante Schaltung ! ich liebe sowas ! Das erinnert mich aber auch immer daran, daß Röhrenschaltungen bei einfachen Empfängern viel besser geeignet sind als Transistoren, hab ich in meiner Anfangszeit nicht so beachtet.

Gruß Ingo

01.03.20 14:48
WoHo 

WGF-Premiumnutzer

01.03.20 14:48
WoHo 

WGF-Premiumnutzer

Audion mit magisches Auge (Band) ... das hat mir gerade noch gefehlt ............

Ich habe einen großen Karton mit verschiedenen Drehkondensatoren. Per Zufall befindet sich darin einer, der eine durchgehende Achse und die richtige Kapazität hat.



Wenn man nun den hinteren Teil der Achse mit einem Poti mechanisch koppelt, dann kann ich eine Gleichspannung erzeugen, die proportional dem Kapazitätsverlauf entspricht. Und schon ist ein Band-Scanner für die Mittelwelle entstanden.....

Da ein XY-Schreiber schon vorhanden ist, verbinde ich den vertikalen (Y) Kanal mit der Anode (= Steuersteg) des magischen Bandes.
Allerdings stehen dort 80 bis 100V an, die kann der Verstärker im Schreiber nicht kompensieren, daher muss eine entsprechende Gegenspannung eingefügt werden. Damit der Scan schön gleichmäßig verläuft, dafür sorgt ein Motor mit Untersetzung.

Natürlich muss die Idee direkt ausprobiert werden! Der ursprüngliche Drehko vom Audion wurde abgekoppelt und dafür nun der neue angeschlossen. Da die Rückkopplung nicht nachgeführt wird, ist die Bandbreite (Resolution) nicht schmal genug um dicht beieinander liegende Stationen zu trennen.



Tagsüber empfange ich auf MW so gut wie nichts, also wurde mein Heimsender 5TX-Luzern angeworfen. Der bringt mir nostalgische Klänge aus fünf verschiedenen Ländern zugehör!
Zur Frequenzorientierung wird ein Lattenzaungenerator (Tektronix 181) herangezogen und alle 100 kHz eine Marke setzt.



Gruß aus NL, vom bastelwoho

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