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SAQ-Ferritstabantenne mal anders und schräge Versuche
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13.01.26 17:51
basteljero 

500 und mehr Punkte

13.01.26 17:51
basteljero 

500 und mehr Punkte

SAQ-Ferritstabantenne mal anders und schräge Versuche

Moin,
Kaum war der Rahmen für den mobilen Empfang fertiggestellt,
(https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...7&thread=24)
förderte die Online-Recherche eine U-Boot-Antenne zu Tage, es fanden sich dazu noch einige
deklassifizierte NRL-Reporte.

Trotz des förmlichen Charakters konnte man sich nicht verkneifen, eine Anekdote hineinzuschreiben:

Zitieren:
USS Hardhead "Wir sind jetzt auf 46m Tiefe und gehen auf Periskop-Tiefe".
-lange Pause-
Zerstörer : "Bitte wiederholen Sie"
USS Hardhead "Wir sind jetzt auf 46m Tiefe und gehen auf Periskop-Tiefe".
-Pause-
Verstanden (?)
(https://apps.dtic.mil/sti/trecms/pdf/AD0321515.pdf)


Um herauszufinden, wie eine Ferritstabantenne unter solch schrägen Verhältnissen empfängt,
wurde nochmal eine hergestellt.

Dazu die naheliegende "Idee", die Leistung (SNR) dadurch zu verbessern, indem der Stab gleichzeitig
als abgestimmter Anpassungs-Übertrager für eine große 1-Windungs-Schleife benutzt werden kann.
Funktioniert ja hervorragend auch auf Mittelwelle, wenn man einen größeren Rahmen an die eingebaute
Ferritstabantenne lose koppelt. In den alten Goniometer-Peilanlagen wurden ebenfalls große Empfangsspulen
benutzt. "Der beste HF-Verstärker ist...
"


Und wurde im Philips BX 430 A-10 selbst bei kleinen 1-Windungs-Empfangsspulen mit Erfolg angewendet.
In der "Philips technical review" vol.16, Jan 1955 ist das im Artikel
"INDUCTIVE AERIALS IN MODERN' BROADCAST RECEIVERS" beschrieben (Suchbegriff Netz), mit Bild
der HF-Transformatoren mit Ferroxcube-Stabkernen

Ein vorhandener 12cm-Stab brachte schon mal im Innenbereich überraschend gute Empfangsleistung,
aber bei sehr schwachen Signalen zeigte sich die Überlegenheit des größeren Rahmens.



Mit kapazitätsarmer 2- lagiger Stufenwicklung (50 Windungen/Stufe) konnte eine 3dB-Bandbreite
von unter 80 Hz erzielt werden, weniger war bisher nur mit großen Schalenkernen möglich.
(https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...7&thread=15)

Der Stab ist in PVC-Rohr eingeschlossen, auf diesem ist die Primär-Wicklung mit nur 2 Windungen
aufgebracht.
Mittig auf Masse. Abschirmung außen durch warm in das PVC eingelegte Drähte.



Die extreme Übersetzung verringert die Frequenzerhöhung beim Anschluss der Empfangsloop sehr,
man könnte auch ohne Drehko arbeiten, wenn man auf Abstimmung auf RDL-Frequenz verzichtet.
Da aber ein Luftdrehko rumlag, wurde der verbaut, von 15,4 kHz bis 18,9 kHz kann abgestimmt werden.
Die Phasenlage der Ferritstab-Spule zur Empfangs-Schleife wurde mit einer kleinen Lopp festgestellt und
markiert.

Schaltung:
Die Schaltung für den Rahmen wurde etwas verändert, ein zusätzlicher Transistor sorgt für die
Impedanzwandlung, da der Resonanzwiderstand des Kreises sehr viel höher ist.

Die Tonaufnahme im Anhang zeigt das Signal einmal mit und ohne angeschlossene 12m² Loop

Vergleich Empfang Innen - Außenbereich
Das SNR lag nach dem panoramic-SDR v.098 bei etwa 27dB, wenn RDL so richtig aufdreht
(oder die Bedingungen sehr günstig sind), geht das bis auf 35 dB hoch.
Der Rahmen im Wohnzimmer (Flachbau mit Betondecke) bringt den gleichen Pegel,
das SNR ist aber um satte 10 dB schlechter, was man auch deutlich hört beim Umstecken der
Antennen.


Abschätzung SNR Außen.
Nach einem gefundenen Report liegt das SNR von kleinen abgestimmten Spulenantennen oder
Ferritstabantennen mehr oder weniger unter dem Hintergrund-Pegel.
(USA. 25kHz, 2 kHz Bandbreite , Güte 12,5)
Daher ist mein kleinster Rahmen für SAQ ein 40cm-Rahmen.
https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...d=22&page=2

Test:
Ferritstabantenne in Blechkasten im Außenbereich.
RDL Pegel -40 dB / ohne Signal -60 db
Ferritstabantenne frei liegend:
RDL-Pegel -33 dB ohne Signal -55dB

Der zusätzliche Resonanzkreis war mit seiner Dämpfung von etwa 10 dB eingeschaltet, ohne
angeschlossene Antenne liegt der Rauschpegel (Vorverstärker + Soundcard) bei - 65 dB

----

Fazit:
Auch mit einem kurzen Ferritstab lässt sich aus einer SAQ-Behelfsantenne eine sehr selektive und leistungsfähige
Empfangsantenne bauen, wenn eine große Empfangsschleife passend ankoppelt.
Die Empfangs-Schleife ist unkritisch und schnell hergestellt, man braucht ja nur zwei Aufhängepunkte,
deren gedachte Verbindungslinie in Richtung Grimeton zeigt.

Ohne Schleife ist das Ganze etwas "auf Kante" genäht.

Gruß
Jens

Zuletzt bearbeitet am 18.01.26 23:04

Datei-Anhänge
AT317-Ferritsntenne-Anwendungsbeispiele_2026-01-13 .jpg AT317-Ferritsntenne-Anwendungsbeispiele_2026-01-13 .jpg (90x)

Mime-Type: image/jpeg, 186 kB

12cm Ferritstab-Übertrager_Rohbau ohne Primärwicklungen_volle Auflösung.jpg 12cm Ferritstab-Übertrager_Rohbau ohne Primärwicklungen_volle Auflösung.jpg (80x)

Mime-Type: image/jpeg, 927 kB

Test_mit Schleife Außen_Skizze_2026-01-13.jpg Test_mit Schleife Außen_Skizze_2026-01-13.jpg (100x)

Mime-Type: image/jpeg, 217 kB

Vergleich RDL 18140 kHz mit und ohne Empfangsschleife_2026-01-13.mp3 Vergleich RDL 18140 kHz mit und ohne Empfangsschleife_2026-01-13.mp3 (93x)

Mime-Type: audio/mpeg, 128 kB

Ferritstab 120mm Wickelweise_450 + 450 Wdg 500px.jpg Ferritstab 120mm Wickelweise_450 + 450 Wdg 500px.jpg (99x)

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Schaltung SAQ-12cm-Stab-Resonanztrafo_ 2026-01-14.jpg Schaltung SAQ-12cm-Stab-Resonanztrafo_ 2026-01-14.jpg (79x)

Mime-Type: image/jpeg, 79 kB

Störpegel Innen und außen 2026-01-14.jpg Störpegel Innen und außen 2026-01-14.jpg (63x)

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15.01.26 15:23
basteljero 

500 und mehr Punkte

15.01.26 15:23
basteljero 

500 und mehr Punkte

Re: SAQ-Ferritstabantenne mal anders und schräge Versuche

Moin,
Sieht ganz darnach aus, als wäre die Kombination "Ferritstab + Empfangsschleife" eine
ganz gute Lösung für den SAQ-Empfang.
Heute morgen mal "Audacity" durchlaufen lassen und drei Passagen zusammengeschnitten:
1. Test mit kleinem Signal
2. mäßig starkes Signal, in etwa SAQ entsprechend.
3. Starkes Signal (Morse-Code)




"Antenneneffekt" durch Empfangsschleife
Dann sollte noch getestet werden, wo in etwa der Rauschpegel von
Ferritstab + Impedanzwandler-Verstärker liegt.
Dazu kam die Ferritstabantenne in einen Blechkasten.

Der Anschluß eines Drahtes in etwa 3m Höhe ("Wurfantenne") zeigte, dass es nicht möglich ist
bei der hohen Übersetzung 1:900 das E-Feld aufzufangen.
Erst bei zweiseitigem Anschluss als Empfangsschleife wird ein verwertbarer Strom durch das
H-Feld induziert. (Magnetische Komponente)
Hier würden sich durch ein E-Feld erzeugte Ströme gegenseitig weitgehend neutralisieren.

Mal schau'n, wie sich die Sache im Sommer darstellt, wenn die atmosphärischen Störungen
stark werden. Heute morgen war es angenehm ruhig.


Bei Verwendung eines längeren Stabes und optimierter Wicklung
(evtl. 3-lagige Stufenwicklung mit 0,25 cul und 30 Wdg/Lage auf 1/2 Stablänge) ließe sich
sicherlich noch eine Erhöhung der Spulengüte und Verbesserung des SNR erzielen.
Wäre aber viel Aufwand, wegen der vielen Windungen der Probespulen.

Die Verbesserung wäre auch sehr gering im Verhältnis zur drastischen Signalerhöhung durch eine
große Empfangs-Schleife, wie sie bei den alten Goniometer-Peilern benutzt wurden.

Gruß
Jens

Zuletzt bearbeitet am 18.01.26 23:13

Datei-Anhänge
RDL-Compilation_2026-01-15.mp3 RDL-Compilation_2026-01-15.mp3 (89x)

Mime-Type: audio/mpeg, 120 kB

Zur Aufnahme_RDL-Compilation_2026-01-15.jpg Zur Aufnahme_RDL-Compilation_2026-01-15.jpg (79x)

Mime-Type: image/jpeg, 446 kB

21.01.26 17:45
basteljero 

500 und mehr Punkte

21.01.26 17:45
basteljero 

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Re: SAQ-Ferritstabantenne mal anders und schräge Versuche

Moin,
-Weitere Versuche "Goniometer-Prinzip"

Mit angeschlossener Schleife ergibt sich zunächst eine Verbesserung des SNR, dazu wurde die Schleife
nochmal weiter entfernt vom Wohngebäude aufgestellt.
Die Verbesserung beträgt hier rund 5 dB, Das "SAQ-Panoramic-SDR" für den PC zeigt 40 dB für das
RDL-Signal auf 18,14 kHz und eine eingestellte Bandbreite von 50 Hz an.
(Bei 100 Hz sind es schon wieder 5 dB mehr)

Jetzt ist genügend Reserve auch für extrem ruhige Standorte oder Standorte mit hoher Dämpfung
vorhanden.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die atmosphärischen Störungen sich selbst jetzt im Winter gegenüber
dem Ferritstab stark verringern, obwohl sich am Prinzip des Empfangs über die magnetische Komponente
nichts geändert hat.
Das weckt Erinnerungen an einen Artikel aus der Frühzeit der Telegraphie:


Patente:
"Goniometer-Prinzip"
CH218777A_Empfangsanordnung mit Rahmenantennen-
AT143753B_Einwindungs-Rahmenantenne_mit Trafo-Aufwärts-Kopplung

AT97067B_1921_Telefunken_Einrichtung-zum-störungsfreien-Empfang_ERKLÄRUNG

Bemerkenswert finde ich, dass auch die frühesten Untersuchungen sich als richtig erweisen,
im Nachhinein erklärt das auch den Mißerfolg bei dem Versuch, durch Rückkopplung einer
Ferritstabantenne eine Steigerung der Selektivität zu erzielen, was regelrecht zu einem
"Knisterverstärker" auf SAQ-Frequenz führte.
-
DE417136 (C)
Im Sommer soll mal eine Dreiecks-Empfangsschleife probiert werden, eine derartige Form
soll nach Telefunken die Empfindlichkeit für atmosphärische Störungen (die meist vom
Äquator kommen) mindern.
https://worldwide.espacenet.com/publicat...mp;locale=en_EP

Gruß
Jens

Zuletzt bearbeitet am 07.02.26 16:34

Datei-Anhänge
12cm-ferritstab_Vergleich Rauschen ohne und mit Schleife_2026-01-21.jpg 12cm-ferritstab_Vergleich Rauschen ohne und mit Schleife_2026-01-21.jpg (82x)

Mime-Type: image/jpeg, 537 kB

Zitat aus--das neue Telefunken-System--ETZ1909.jpg Zitat aus--das neue Telefunken-System--ETZ1909.jpg (78x)

Mime-Type: image/jpeg, 183 kB

07.02.26 17:15
basteljero 

500 und mehr Punkte

07.02.26 17:15
basteljero 

500 und mehr Punkte

Re: SAQ-Ferritstabantenne mal anders und schräge Versuche

Moin,
Im Netz wird immer wieder nach konkreten Bauvorschlägen gefragt, meiner für einen
SAQ-Übertrager mit Ferritstab zur Ankopplung einer wesentlich leistungsfähigeren Empfangsspule
sieht so aus:


15cm-Stäbe für Mittelwelle sind auch heute noch gut zu bekommen, man braucht dann
nur noch 0,2 Cul.-Kupferlackdraht für die Sekundär-Wicklung (Qualität etwa "Block-Trafo-Wickeldraht" etc.)
Kapazitätsarme Wicklungsweise ist Pflicht, entweder Scheibenwicklung oder Stufenwicklung.
Für die dickere Primär-Wicklung kann man "Starkstrom-Leitung" nehmen oder (wie hier) mehrere Drähte
parallel schalten.
Die Primär-Wicklung ist wie gezeigt mittig auf Masse gelegt.
Der Abstimm-Drehko kann entfallen, wenn man mit immer der gleichen Empfangsschleife arbeitet, dann
muss nur einmal auf die 17,2 kHz abgeglichen werden.
Für RDL liegt dann zwar eine Fehlabstimmung vor, das SNR ist aber so verbessert, dass dies nicht so
ins Gewicht fällt.

Da die Antenne unbedingt nach draußen gehört, wurde Sanitär-Material benutzt.
Die zwangsläufig dabei eingeschlossene Luftfeuchtigkeit durch Trockenmittel gebunden.

Die T-Form wurde gewählt, weil der dämpfende Drehko so leicht den erforderlichen Abstand
von 1/2 Stablänge hat und dazwischen dann der Klemmbock unter dem Schraubdeckel
zugänglich ist.
Der Verstärker ist dann noch weiter entfernt und kann nicht kapazitiv auf die hochohmige Stabwicklung
rückkoppeln.
Verwendet man einen Drehko, sollte dessen Gehäuse eine 180° phasenversetzte Spannung gegenüber
dem Verstärker-Ausgang führen oder durch Schirmblech getrennt sein.

Der Kopplungsfaktor ist sehr gering und der Einfluss der Empfangssspule auf die Abstimmung und die
Kreisgüte gering.
Er wird durch das Übersetzungsverhältnis und den Abstand der Primärspule bestimmt.
In dem gezeigten Aufbau wird die primäre Windungszahl 2x 1,5 Windungen betragen.
Der Anschluß der Empfangsspule erfolgt dann über stabile 4mm Schraubverbindungen
mit Flügelmuttern.

Nichts ist ärgerlicher, als wenn ein SAQ-Empfangsversuch wegen versagendem Material
fehlschlägt.

Gruß
Jens

Zuletzt bearbeitet am 07.02.26 17:51

Datei-Anhänge
Aufbau SAQ-Übertrager und Test 12cmFerritstab_2025-02-07.jpg Aufbau SAQ-Übertrager und Test 12cmFerritstab_2025-02-07.jpg (68x)

Mime-Type: image/jpeg, 266 kB

04.08.26 16:44
basteljero 

500 und mehr Punkte

04.08.26 16:44
basteljero 

500 und mehr Punkte

Re: SAQ-Ferritstabantenne mal anders und schräge Versuche

Hallo,

"Mal anders" bezieht sich auch auf die Konstruktion, man findet heutzutage Bauvorschläge,
in denen der Ferritstab unmittelbar neben einer Blockbatterie angeordnet ist.

Man wird bei einem Eigenbau wohl kaum "alles richtig machen", aber die gröbsten Fehler
lassen sich vermeiden, wenn man die ältere Literatur zu Rate zieht.
Hier schreiben mit Konstruktionsproblemen konfrontierte Fachleute mit entsprechender
Ausbildung und die über geeignete umfangreiche Messmittel verfügten.

Nowacks Artikel "Die Leistung der Ferritantenne! etwa. (Funkschau 1954, Heft 12)
war für mich elementar, weil anschaulich für den "Normalanwender" geschrieben.

Einige Kernaussagen:
- Die Ferritstabantenne rauscht mit ihrem Resonanzwiderstand.
Das sind nach Nowak 220 kOhm im MW-Bereich.
- Die entnehmbare Spannung hängt mit ihrer Länge unmittelbar zusammen
- Die Permeabilität spielt ebenfalls eine Rolle, kann aber nicht beliebig hoch
getrieben werden.
- Ihre Leistung entspricht nur einer sehr kurzen elektrischen Antenne.

Das mit dem Rauschen kann man im redcrab-Rechner nachvollziehen.
Im VLF-Bereich ergeben sich dann Werte im MOhm-Bereich.
Diesem starken Rauschen steht der enorme Hintergrund-Pegel im VLF-Bereich gegenüber.

Bildlich gut dargestellt ist das in einem amerikanischen CIA-Bericht.
"Final Report on the Ferrite Antennas for Very Low Frequencies"

Der wurde beim Bau einer Rahmenantenne als Leitfaden benutzt.
https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...7&thread=24

28- mal größere Wirkfläche als die hier vorgestellte 12 cm Ferritstabantenne, die aus
diesem Grund auch eher als Übertrager für eine große 3-Windungs-Schleife gedacht ist.
Ansonsten hätte ein 29cm-Stab geopfert werden müssen, der mit größerer Wirkfläche eine
größere Empfangsspannung und somit besseren Rauschabstand ermöglicht hätte.



Rechts unten ein Bildchen von einem Schomandl-Langwellenempfänger. 153 kHz, nach wikipedia
Donaubach im schönen Bayern.
Auch hier der nicht zu kurze Ferritstab abgesetzt (und drehbar). Damit konnte mobil eine
1MHz-Quarzreferenz eines Gerätes zum Abgleich von UKW-Sprechfunkgeräten verglichen
werden. Der Aufkleber mit den "153" stammt also von 1975, die interne Umverdrahtung
bei den Teiler-IC dann auch.

weitere Funkschau-Artikel:
"Wirkungsweise einer aktiven Autoantenne"
Funkschau 1969 Heft 23

1 Transistor als Impedanzwandler, 2. Transistor als Verstärker.
"Ich habe fertig". Rauschen tut da nur die Ferritstabantenne.

Weitere Quellen aus der "Philips Technical Review"

THE SENSITIVITY· OF, AERIALS TO LOCAL INTERFERENCES
by P. CORNELIUS.
Vol. 6, No. 10 OCT9BER 1941 '
Hier wird erläutert, warum Nahfeldstörungen in den unteren Frequenzen meist E-Feld-Störungen
sind und eine induktive H-Feld-Antenne deshalb Vorteile bringt.

INDUCTIVE AERIALS IN MODERN' BROADCAST RECEIVERS,
VOL. 16 No. 7, pp. 181-212 JANUARY 1955
Die hier dargestellte "optimale Spulenform" von 1/2 Stablänge, mittig, wurde in etwa erzielt.
----

Für das etwa 30m lange Koax langt die etwa 10-fache Verstärkung des internen Verstärkers
aus, so dass die Eigenbauten direkt angeschlossen werden konnten.

Für den PC und das V.098-Programm aber nicht, hier musste, wie gezeigt, ein zweistufiger
Verstärker nachgeschaltet werden, um dem Mikro-Eingang entsprechenden Pegel
bereitzustellen.
Erst dann war die deutliche Resonanzkurve über dem Rauschen des PC zu sehen.
----
Endlich den Schaltplan zum "Frequenzvergleichsempfänger" (So heißt das Ding also) gefunden.
Es hätte noch eine ander,e vielleicht noch etwas bessere Möglichkeit gegeben:


-Symmetrierung nicht über Mittenanzapfung, die bei der selbstgeickelten Spule sicherlich
nicht ganz genau ist.
Statt dessen eine "virtuelle" Symmetrierung über passende Kondensatoren.

Ein niederohmiger Abgriff für den Transistor sucht man vergeblich, dafür ist das kurze Koax-Kabel
zu der Empfänger-Einheit an einen kapazitiven Teiler angeschlossen.
Auch so kann man Impedanz-Transformation bewerkstelligen.
Und zwar bis über 100 m (!) Kaoax-Leitung laut Geräte-Beschreibung.

Selbst bei der verhältnismäßig hohen Frequenz von 150 kHz findet ein alter Bekannter, der
universal-Transistor BC108 Anwendung.

Vorgeschaltet ein Bandfilter. mit kleinen Schalenkernen
Mischung dann auf 1 kHZ, hier 2 größere Schalenkerne. 4Hz Bandbreite sind angegeben.

Leider Signal aus Rumänien auf 153 Hz zu schwach auch mit der Stabantenne auf dem Dach.
Der Träger ist mit SSB-Empfänger aber gut zu hören, eine gewisse Empfindlichkeit also
vorhanden, de, Gerätchen genügt die Induktionsspannung eines kleinen, nicht angeschlossenen
Prüfgenerators.

Gruß
Jens

Zuletzt bearbeitet am 05.08.26 22:21

Datei-Anhänge
12cm-SAQ-Ferritstabantenne-Prinzipien_2026-08-04.jpg 12cm-SAQ-Ferritstabantenne-Prinzipien_2026-08-04.jpg (8x)

Mime-Type: image/jpeg, 143 kB

Schomandl Frequenzvergleichsempfänger Schaltung Ferritstabantenne.jpg Schomandl Frequenzvergleichsempfänger Schaltung Ferritstabantenne.jpg (13x)

Mime-Type: image/jpeg, 131 kB

08.08.26 20:46
basteljero 

500 und mehr Punkte

08.08.26 20:46
basteljero 

500 und mehr Punkte

Re: SAQ-Ferritstabantenne mal anders und schräge Versuche

Moin,

Ein weiterer Versuch sollte entscheiden, welche von zwei Antennenformen für einen im Bau befindlichen
SAQ-Röhrenempfänger am geeignetsten scheint:

1.)
Eine kurze Ferritstabantenne, ergänzt durch angesetzte Polschuhe.

2.)
Ein kleiner Rahmen, der in dem Deckel des Empfänger-Kastens Platz findet.
Unter den Windungen befindet sich Ferrit-Material.

Zu beiden Prinzipien wurden bereits Patente gefunden.
Das erste ist von Fritz Bergtold, bekannt durch zahlreiche Funkschau-Artikel.
Das zweite von Siemen aus dem Jahr 1951.



Vergleich in frt Praxis, Innenbereich:
Die Empfangsleistung (Ausgangsspannung RDL, 18,14 kHz) beim Rahmen etwas höher.

Die Kreisgüte des Rahmens aber schlechter, seine knapp 300 Wdg. wurden mit einem PVC-
Röhrchen in den Spalt des vorbereiteten Kastendeckesl gewickelt.
Nach je 50 Windungen Frischhaltefolie zur Trennung der Wicklungsteile.

Beim Ferritstab ergibt sich scharfe Resonanz, obwohl wesentlich mehr Windungen, hat die langgezogene
Wicklung wenig Eigenkapazität.

Zum Ferritstab:
Die versuchsweise angesetzten Schalenkerne als Polschuhe erhöhen die Induktivität stark, so dass sich
ein sehr günstiges LC-Verhältnis ergibt.
Der Stab ist ein kurzer und dünner Stab vermutlich aus einem kleinen Transistor-Empfänger.
Die 48mm Schalenkerne haben höhere Permeabilität, Material F1001

Ein Drehko wäre hier sicherlich sinnvoll zur exakten Frequenz-Einstellung, sollte hier aber vermieden werden.
Alsot das Siemens Patent adaptiert und Ferrit-Material in den Rahmen eingebracht.

Zum Ferritrahmen
Bruchstücke von diversen Schaltwandler-Kernen, die sich nicht Auseinanbderbacken ließen
und hitzebeständig verklebt waren.
Material N87 oder ähnlich.
Das billige Material für Klappferrite ging auch, hat offensichtlich aber höhere Verluste.

Wie beim Ferritstab die gewünschte Induktivitäts-Erhöhung, beim Nachstimmen des testweise
angeschlossenen Drehkos dann höhere Ausgangsspannung.

Wie in dem Siemens-Patent erwähnt, wird das Material bei gleichmäßiger Verteilung am besten
genutzt.
Ab einem gewissen Punkt muss übermäßig viel Material eingebracht werden, um den Effekt noch
weiter zu steigern.

Die Wirkfläche des Rahmens beträgt etwa 500 cm² und würde in etwa einem Ferritstab von 25 cm
Länge entsprechen.

Hier "im Norden" offensichtlich ein guter Kompromiss für eine kleine SAQ-Empfangsantenne, RDL
mit dem schon bewährten 2-Transistor-Verstärker im Innenbereich laut, Hintergrund klar und
wenig verrauscht.

Vor allem, weil es möglich ist, mit einem Ferritstab in Paris gut SAQ zu empfangen, wie dieses gefundene
Video beweist:
https://www.youtube.com/watch?v=ZStbhUU8nxs



Die im Vergleich zum Ferritstab flachere Resonanzkurve ist von Vorteil, weil fest abgeglichen
wird und die Umschaltung RDL / SAQ durch Zuschaltung einer Kapazität erfolgt.


Gruß
Jens

Zuletzt bearbeitet am 09.08.26 18:27

Datei-Anhänge
Polschuh-Ferritstabantenne_vs_Ferritrahmen_2026-08-08.jpg Polschuh-Ferritstabantenne_vs_Ferritrahmen_2026-08-08.jpg (10x)

Mime-Type: image/jpeg, 440 kB

10.08.26 19:06
basteljero 

500 und mehr Punkte

10.08.26 19:06
basteljero 

500 und mehr Punkte

Re: SAQ-Ferritstabantenne mal anders und schräge Versuche

Moin,
Nochmal zum "Frequenzvergleichsempfänger" von Schomandl.
Ist doch zu grausam, so ein "Technik-Spielzeug" nicht benutzen zu können.

Das Gute ist nämlich, der Schomandl hat BNC-Buchsen.

Das Schlechte ist, diese BNC-Buchsen haben Schraubgewinde.

Was nicht passt, wird passend gemacht: Weg mit dem modernen BNC Bajonettverschluss

Obwohl der 153 kHz-Träger aus Rumänien mit einem "Sailor" mit SSB-Überlagerer
durchaus im Rauschen wahrzunehmen war, arbeitete das Gerätchen noch nicht.

Aber mit improvisiertem LW-Verstärker zeigte sich schwache Signal-Anzeige.
Und das reichte ihm.
2x 9014 Universal-Transistoren kamen zum Einsatz, die sollten auch mal
getestet werden.
Haben den Rauschtest bestanden und sind auch sehr
hochohmig vom Eingang her.
(4,7 MOhm von Kollektor zur Basis, RC=10 kOhm, RE=2,2 kOhm, mal so am Rande).

Ein wenig abseits der specs, aber das Gerät arbeitet einwandfrei:
Weichen Sender- und
zu prüfende Frequenz ab, pendelt der Zeiger entsprechend, bei Übereinstimmung
bleibt er stabil stehen.



Was SAQ angeht, bestätigen sich die versuche, dass man bei schmaler Bandbreite
gut mit etwas kleineren Antennen arbeiten kann als bei AM.
Die Modulation aus Rumänien ist nicht zu hören, aber der Ausgang des frequenzvergleichsempfängers
liefert einwandfreies Signal.

Zu hören ist zunächst eine größere Abweichung von einigen Hz bei 1 MHz, dann wird der Generator
so eingestellt, dass eine langsamere Schwebung entsteht (kleinere Abweichung)

Mit meinem Generator geht das nicht, aber man könnte auf diese Weise mit einer Stoppuhr
arbeiten und sehr hohe Genauigkeiten erzielen.

Und das auf 1500 km, erheblich mehr als seinerzeit der Einsatzbereich des Gerätes war.

Bei wiki steht zum Sender Donebach:

Zitieren:
Die Trägerfrequenz des Senders wurde von einer Rubidium-Atomuhr hergeleitet,
die sich im Stationsgebäude befand. Sie war damit ausreichend präzise, um
(wie auch die Trägerfrequenz von DCF77) als Eichfrequenz zu gelten.
(wikipedia, "Sender Donebach")

Freilich würden die Schomandl-Leute über meine Begeisterung nur müde lächeln.
Ist es doch nur ein Hilfsteil für den FD1, und hier geht schon die Post ab:

Wie gewinnt man aus 100 kHz-Prüf-Frequenz mit nur wenigen CD XXXX-Bausteinen
die Überlagerer-Frequenz 154 kHz ? Lösung:
Auf 50 kHz und auf 4 kHz teilen, dann im SO42P mischen und 154 kHz ausfiltern.

Einen vollen 360° Durchlauf wartet man auch nicht ab, der Anzeigebereich ist
um das 20-fache gespreizt.



für die Tonaufnahme mit dem HP war die Einstellung etwas knifflig und gelang nur
mit dem Poti für die Signalstärke, wo sich die Frequenz nur wenig änderte.
Beim parallel angeschlossenen Hobby-Voltcraft-Frequenzzähler beträgt die Abweichung
mittlerweile 10 Hz bei 1 MHz.
Ziemlich genau, ein Ungarisches kiwi mit GPS zeigte 0,0Hz Abweichung der 153 kHz aus Rumänien.

Ermittlung Abweichung FG-506
Also nochmal eine Aufnahme, diesmal aber den vorgewärmten HM-8032 nicht angerührt,
er läuft von selbst langsam über die Frequenz, wie man hören und sehen kann:
Die Amplitude des Signals entspricht dem Zeiger-Ausschlag.


SAQ-Bezug:
Eine derart schmale Bandbreite von 8 Hz ergibt relative Rauschfreiheit auch bei
kleinsten Signalpegeln.
Für SAQ muss man aber höher gehen, 40Hz-100Hz etwa, damit die Zeichen nicht
undeutlich werden.
Die passive Ankoppplung einer so kleinen Antenne mittels hochwertiger Schalenkerne
ist bemerkenswert.
Für den Eigenbau ist es für mich sicherer, sofort nach der Ferritstabantenne / Rahmen
mit mindestens 10-facher Spannungsverstärkung folgen zu lassen.
Die Antenne wird kaum bedämpft und man ist vom Rauschen her auf der sicheren Seite.

Gruß
Jens

Zuletzt bearbeitet am 12.08.26 16:24

Datei-Anhänge
Tonaufnahme Schomandl-Ausgang_2026-08-10.mp3 Tonaufnahme Schomandl-Ausgang_2026-08-10.mp3 (9x)

Mime-Type: audio/mpeg, 76 kB

Schomandl-Frequenzvergleichsempfänger und Zusatzverstärker_2026-08-10.jpg Schomandl-Frequenzvergleichsempfänger und Zusatzverstärker_2026-08-10.jpg (4x)

Mime-Type: image/jpeg, 234 kB

Zur Tonaunahme _2026-08-10.jpg Zur Tonaunahme _2026-08-10.jpg (2x)

Mime-Type: image/jpeg, 17 kB

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12.08.26 22:22
basteljero 

500 und mehr Punkte

12.08.26 22:22
basteljero 

500 und mehr Punkte

Re: SAQ-Ferritstabantenne mal anders und schräge Versuche

Moin,
Sonnenfinsternis !

Zufällig wurde da gerade eine kleine 40cm Rahmenantenne von SAQ auf 153 kHz
umgebaut, um einen Vergleich mit der 20 cm-Schomandl Ferritstabantenne zu haben.

Was für ein Unterschied im "Sailor"!
Wenig Rauschen, kaum Störungen, Sprache und Musik klar und deutlich zu hören.
einiges "Gedüdel" dazu im Hintergrund.

Dann die Ferritstab-Antenne, und auch hier die Modulation klar und deutlich, auch wenn
der Rauschpegel merklich höher lag.

Klar, so groß konnte der Unterschied ja nun auch nicht sein, es lag natürlich an den
außergewöhnlichen Verhältnissen.
Ähnlich wohl dem Effekt, dass mit Sonnen -auf und -untergang die Pegel auf den niedrigen
Frequenzen gewöhnlich ansteigen.

Und so verschwand das Signal aus Rumänien dann erwartungsgemäß auch wieder gegen
21:00 im Rauschpegel,
Zuerst komplett beim Ferritstab, beim Rahmen zwar noch wahrnehmbar, aber nicht verständlich.

Fazit:
Ein etwas größerer Rahmen, auch mit geringer Güte, liefert rauschfreieres Signal als
die resonanzschärfere (hier professionelle) 20cm Ferritstabantenne.

Der Rahmen ist an dieser Stelle vorgestellt :
https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...amp;thread=23#1
Jetzt liefert er endlich guten Ausschlag des Schomandl-153 kHz-Empfängers, der mit dem Rahmen jetzt innerhalb seiner Spezifikation arbeiten kann.

Auch ohne Sonnenfinsternis...

2026-08-13
Für den 153 kHz-Aktivrahmen hat die Ferritstabantenne nun einen Einkoppel-Aufsatz mit Transistor + LW-Spule
(aus altem Radio) bekommen.

Gruß
Jens

Zuletzt bearbeitet am 13.08.26 23:06

18.08.26 23:34
basteljero 

500 und mehr Punkte

18.08.26 23:34
basteljero 

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Re: SAQ-Ferritstabantenne mal anders und schräge Versuche

Hallo,
Mit Erhöhung des Signalpegels allein arbeitet das Gerät zwar einwandfrei, das
"Maximum" ist aber so noch nicht zu erzielen, weil die beiden zusätzlichen Kreise
(Rahmen und resonante Auskoppelspule) bei der vorhandenen Selektion kaum
mehr Selektion bringen.

Jetzt geht es nur noch mit Quarzfilter, ein128 kHz Quarz im Submin-Glasgehäuse
wurde deshalb auf die ehemalige Deutschlandfunk-Frequenz 153 kHz zugeschliffen.

Einiges seiner Güte ging dabei flöten, aber er macht eine 6dB-Bandbreite von unter
90 Hz, und das ist deutlich hörbar:



Eine einsetzende Störung plättet das Signal aus Rumänien.
Übertragen auf SAQ würde das bedeuten, das die Zeichen allenfalls schlecht zu hören wären.
Wird der Quarz zugeschaltet, tritt deutliche Verbesserung ein:

- Der Pegel des Trägers steigt deutlich an
- Der Störer tritt weniger in Erscheinung, weil sein Frequenz-Spektrum eingeengt wird.
- Das Rauschen insgesamt wird geringer.

Gruß
Jens

Datei-Anhänge
153 kHz-Quarz vor Sailor_2026-08-18.mp3 153 kHz-Quarz vor Sailor_2026-08-18.mp3 (3x)

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Zur Tonaufnahme --153 kHz-Quarz vor Sailor--2026-08-18.jpg Zur Tonaufnahme --153 kHz-Quarz vor Sailor--2026-08-18.jpg (1x)

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