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Ein einfaches RD-Messgerät
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15.05.26 14:42
Alex 

100-249 Punkte

15.05.26 14:42
Alex 

100-249 Punkte

Ein einfaches RD-Messgerät

Hallo zusammen,

Vor vielen Jahren las ich über eine Methode den dynamischen Innenwiderstand (RD-0) von Dioden zu ermitteln welche mit einfachsten Mitteln auskommen soll. Am gestrigen Vatertag beschloss ich, auch aufgrund des schlechten Wetters , das einmal auszuprobieren.

Das Szenario gestaltet sich wie folgt:



Zunächst müssen die beiden Realwiderstände von R1 (6,2K) und R2 (560K) gemessen werden.

Beispiel:

R1 = 5,77
R2 = 600,0

Danach werden 3 Spannungen in mV gemessen:

U1 = S1 + S2 auf Stellung A
U2 = S1 auf B , S2 auf A
U3 = S1 auf B , S2 auf B

U1 = 1290 mV
U2 = 210 mV
U3 = 36 mV

Der Rest wird berechnet:

I1 = U1/R1
I2 = (U1+U2-U3) / R2

I1 = 223,570 µA
I2 = 2,440 µA

UT = (U2-U3) / ln(I1/I2)
UT = 38,515 mV

IS = I2 / exp(I1/I2) * 1000
IS = 958,195 nA

RD = UT / IS * 1000
RD = 40,195 KΩ

Ein paar Ergebnisse:



Einige Werte kannte ich bereits, andere konnte ich (teilweise) im Internet recherchieren. Die Methode scheint brauchbare Ergebnisse zu liefern.


Viele Grüße
Alex

Man weiß nie, ob etwas funktioniert, bevor man es nicht ausprobiert (Professor Elihu Prudence)

Datei-Anhänge
results.png results.png (24x)

Mime-Type: image/png, 16 kB

rd-tester-3.png rd-tester-3.png (24x)

Mime-Type: image/png, 14 kB

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17.05.26 18:37
basteljero 

500 und mehr Punkte

17.05.26 18:37
basteljero 

500 und mehr Punkte

Re: Ein einfaches RD-Messgerät

Hallo Alex,

Zitieren:
Die Methode scheint brauchbare Ergebnisse zu liefern.

Das ist einmal schwer zu beurteilen, wenn man nicht weiß, wer die Methode vorschlägt
und bei welchem Arbeitspunkt man überhaupt misst.

Wer sich intensiv mit diesen Dingen beschäftigt hat, ist Ben Tounge, seine Arbeiten sind
auf archive.org archiviert.
h t t p s://web.archive.org/web/20161126155048/http://www.bentongue.com/xtalset/xtalset.html

Dann:
Der "differentielle Innenwiderstand" ist ja nicht ein fester Wert, sondern ändert sich
je nach Arbeitspunkt und Aussteuerung, wobei wir die heutzutage getrost vernachlässigen dürfen-


Schaut man sich die Kennlinien einiger Dioden an, so findet sich, dass der Wechselstromwiderstand
identisch sein kann, die Krümmung im Arbeitspunkt aber unterschiedlich.

https://www.wumpus-gollum-forum.de/forum...=162&page=1

Und die ist ja entscheidend für die Detektor-Wirkung bei den kleinen HF-Spannungen.

Daher meine ich, dass die einzig aussagekräftige Mess-Anordnung die von Wolfgang ist, wo unter
realen Bedingungen mit sehr kleiner HF gemessen wird und auch die Möglichkeit gegeben ist, über Vorspannung (bias)
den Dioden-Arbeitspunkt exakt einzustellen.

Denn ich schalte ja nun z.B. nicht 20 (oder 30 ?) SD101C parallel, um auf einen bestimmten RD zu kommen, sondern
stelle den mittels Vorspannung ein.

Gemessen hat Wolfgang an einem "IDEAL E4"-Detektor mit 4000 Ohm-Hörer.

In einem anderem Detektor, beispielsweise meinem mit Anpassungs-Trafo für Kreise mit hohem Resonanzwiderstand,
können sich Unterschiede ergeben. So war hier die AA119 recht laut, obwohl sie vorher, bei 4000-Ohm Hörer,
recht leise war.

Eine Vorauswahl am besten im Detektor selbst "nach Gehör".
Wenn eine Diode auch bei Vor- oder Gegenstrom und unterschiedlichen Anpassungen extrem leise ist,
dann braucht man gar nicht erst zu messen.

-Wenn man überhaupt die Möglichkeit hat, die Dioden-Kennlinie bei 1µA auszumessen und auch Effekte
wie Erwärmung des Dioden-Kontaktes auszuschließen.

Gruß
Jens

Zuletzt bearbeitet am 17.05.26 19:01

18.05.26 13:19
NorbertWerner 

500 und mehr Punkte

18.05.26 13:19
NorbertWerner 

500 und mehr Punkte

Re: Ein einfaches RD-Messgerät

Hallo Alex,

den RD zu bestimmen ist wirklich nicht einfach, denn er hängt von einigen Faktoren ab.
Bei Dioden in einem durchsichtigen Glasgehäuse funktionieren sie wie (sehr schlechte) Photodioden. Wenn man paralled zur Diode einen 1M-Widerstand schaltet, misst man bei Raumlicht, bei einigen Dioden, eine Spannung von >50mv. Man sollte deshalb die Dioden währen dem Test abdunkeln.
Jens hat es ja auch schon angesprochen, dass man Messungen mit HF-Signale machen sollte. Unter dieser Bedingung spielt dann die Grösse des Halbleiters und die damit verbundene Sperrschichtkapazität eine Rolle. Wie stark diese Abhängigkeit wirklich ist, würde ich aber einfach in der Praxis austesten.

Gruss
Norbert

19.05.26 15:32
basteljero 

500 und mehr Punkte

19.05.26 15:32
basteljero 

500 und mehr Punkte

Re: Ein einfaches RD-Messgerät

Hallo zusammen,

Den rD einer Diode habe ich bisher noch nicht genau gemessen, für die Praxis war
eine ungefähre Einschätzung ausreichend.
Es geht dabei ja um Anpassungsfragen an Resonanzwiderstand des Kreises und
den benutzten Hörer, und diese beiden Größen sind ja auch nur ungefähr bekannt.

Folgender Ansatz könnte aber gegangen werden:
Was will ich mit rD eigentlich messen ?

Den Wechselstromwiderstand der (Detektor)-Diode.
https://kner.at/home/60.Elektronik/ltspice/WEB.Diode.html
Das ist die Steigung eines Punktes in der Dioden-Kennlinie, man erhält sie, wenn man
die Tangente ("schräge Gerade") an die Kennlinie an diesem Punkt anlegt.

Da drängt sich doch eine Wechselspannungs-Messung auf, mit möglichst kleiner
Spannung.
Grundausstattung: Sinus-Generator und Oszi.

Wenn man da dann einen steckbaren Widerstand in Serie mit der Diode schaltet,
dann fällt die halbe Wechselspannung des Signales genau dann an der Diode ab, wenn
ihr Wechselstrom-Widerstand gleich dem Vorschalt-Widerstand ist.

Je kleiner die Messpannung, desto linearer die Diode und desto genauer das Ergebnis.



----
Aussagekräftiger ist für mich aber die NF, welche man durch die Gleichrichtung erhält.
Das ist als "Messung 2" eingezeichnet.
Anstelle der Brücke kommt der Hörer mitsamt Überbrückungs-Kondensator.
Die Mess-Spannung ist in diesem Fall dann keine NF, sondern modulierte HF.

Am besten ersetzt der Detektor-Kreis mitsamt Antenne den 10 kOhm-Widerstand.
Der einstellbare / steckbare Vorwiderstand entfällt, weil man nun den tatsächlichen
Resonanzwiderstand des Kreises hat.

Im Grunde eine vereinfachte Ausführung des Bias-Modules von Ben Tounge:
Die Germanium-Dioden beispielsweise, welche keinen Vor- oder Rückstrom
für maximales Signal benötigen, sind gut für einfache Detektoren geeignet,
die keine Vorspannung ermöglichen-

Vielleicht für den einen oder anderen Sammler interessant.

Bei den modernen Dioden ist das alles einfacher, "zero-bias" Dioden wie die BAT15
lieferten bisher immer stärkeres Signal als die besten Germanen.

Gruß
Jens.

Zuletzt bearbeitet am 19.05.26 16:09

Datei-Anhänge
Testschaltung-Detektordiode_ 2026-05-19 .jpg Testschaltung-Detektordiode_ 2026-05-19 .jpg (16x)

Mime-Type: image/jpeg, 69 kB

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