schon seit mehr als zwei Jahren beobachte ich, daß das Antennenrauschen an meinem Standort zunimmt. Besonders geärgert hat mich das, weil es mittlerweile den traditionellen Empfang des SAQ-Senders fast unmöglich macht. Um diesen zunächst gefühlten Anstieg quantitativ zu untermauern, hatte ich vor einigen Monaten mal damit begonnen, das Antennenrauschen aufzuzeichnen. Sporadisch zeichne ich von verschiedenen Antennen (Langdraht, Loop, Ferrit) über jeweils einen Zeitraum von ca. 24h das empfangene Rauschen auf.
Die Meßanlage dafür habe ich nicht extra gebaut sondern aus vorhandenen Geräten zusammengestellt. Da es mir hauptsächlich um den SAQ-Frequenzbereich geht, nehme ich einen von meinen beiden SAQ-Empfängern als Vorverstärker. http://www.wumpus-gollum-forum.de/forum/...55_68_6.html#53
Am Ausgang steht dann das auf ca. 800Hz heruntergemischte Antennenrauschen zur Verfügung. Statt Lautsprecher oder Tonaufzeichnung wird an den Ausgang aber jetzt ein Gleichrichter angeschlossen. Dafür habe ich ein R&S-Mikrovoltmeter, das eine echte Effektivwertmessung erlaubt und einen Gleichspannungsausgang besitzt. Alternativ kann ich noch einen selbstgebauten Meßgleichrichter für kleine Wechselspannungen einsetzen. Diese Gleichspannung wird dann wiederum von einem Uralt-AD-Wandler digitalisiert und mit Hilfe eines ebenfalls uralten Laptops über die Parallelschnittstelle aufgezeichnet. Dabei wird der Effektivwert des Rauschens über jeweils 10sec gemittelt. Graphisch darstellen kann man die Daten dann mit LibreOfficeCalc, Excel o.ä. Ich nehme dazu gerne eine ältere Version einer professionelleren Software (Origin).
Die aufgezeichnete Rauschspannung kommt also aus dem schmalen VLF-Frequenzbereich von ca. 17200+/-50 Hz.
Am Vormittag des Pfingstmontags hatte ich diese Anlage mal wieder angeworfen und sich für 24h selbst überlassen. Die Ergebnisse zeigt die Graphik. Die Antennenspannungswerte sind hier noch nicht kalibriert. Als Anhaltspunkt kann man davon ausgehen, daß der Antennenpegel zu Beginn der Aufzeichnung bei wenigen 10µVeff liegt. Der starke Anstieg fällt zeitlich mit der Gewitterfront in NRW in dieser Nacht zusammen. Ich nehme deshalb an, daß er auch davon verursacht ist. Die Entfernung zwischen meinem Standort und NRW liegt bei ca. 600km.
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sehr beeindruckend Dein Experiment. Stark, dass Du die Aufzeichnung über einen solch langen Zeitraum graphisch darstellen kannst. Die Entfernung ist auch beeindruckend...da war ganz schön Pfeffer in der Luft.
qw123: Die aufgezeichnete Rauschspannung kommt also aus dem schmalen VLF-Frequenzbereich von ca. 17200+/-50 Hz.
Hier wäre es sicherlich auch mal interessant die VLF auf andere Frequenzen auszudehnen. Welches Frequenzspektrum ist bei einem heftigen Gewitter wirklich zu erwarten. Bei den selbsterzeugten Funkenfrequenzen ist eher so, dass ohne Schwingkreis etc... eher höhere- Bereiche erzeugt werden. Der LW/MW- Bereich wird zwar damit im Nahbereich vollkommen zugenagelt.... auf einigen Metern konnte ich allerdings eine Resonanz im VHF- Bereich feststellen. Dies war also eine echte abgestrahlte Wellenlänge. Die Hertzschen Versuche waren wohl auch eher auf diesem Band angesiedelt.
Kann man eigentlich eine Aussage über das Gewitterfunkenfrequenzspektrum treffen? Eher VLF oder LF?
Interessant an Deinem Aufbau ist auch die Zweckentfremdung. Vielleicht kannst Du ja auch noch ein paar Signale aus dem All einfangen. Also eine sehr große Schüssel ran und auf Wega ausgerichtet.