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Sony KV1300E
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12.03.21 07:50
HB9 

WGF-Premiumnutzer

12.03.21 07:50
HB9 

WGF-Premiumnutzer

Re: Sony KV1300E

Hallo zusammen,

ich habe auch noch einen Tipp betreffend Schaltnetzteile.

Eine Schwachstelle mit grossem Folgeschadenpotential ist die Regelung der Ausgangsspannung. Meistens erfolgt die eigentliche Regelung auf der Sekundärseite, und das Steuersignal für die Pulsweite wird dann über einen Optokoppler auf die Primärseite übertragen. Die LEDs in den Optokopplern altern, und wenn sie nicht mehr ausreichend Licht abgeben, funktioniert die Regelung nicht mehr, was Überlastung der Primärseite und Überspannung auf der Sekundärseite zur Folge hat. Diese Funktion kann man aber recht einfach und gefahrlos prüfen:

- Mit einem Labornetzteil wird die primärseitige PWM-Schaltung versorgt (meistens ein IC), der Lastkreis bleibt spannungslos.
- Mit einem 2. Labornetzteil wird auf diejenige Sekundärspannung eingespeist, die geregelt wird.

Nach Anlegen der Spannung an die PWM-Schaltung muss ein PWM-Signal a Basis oder Gate des Leistungstransistors anliegen. Fährt man nun langsam die Sekundärspannung hoch, muss das PWM-Signal bei Erreichen der Sollspannung (oder knapp darüber) fast schlagartig inaktiv werden oder auf eine sehr kleine Pulsweite gehen. Je nach Typ ändert dabei auch die Frequenz.

Eine seltenere Art der Schaltnetzteile erzeugt die Istspannung für die Regelung mit einer Hilfswicklung auf dem Trafo, in diesem Fall gibt es keinen Optokoppler. Ist bei der Schaltung um die Hilfswicklung etwas defekt (Gleichrichterdiode, Glättungskondensator, usw.), gibt es ebenfalls Überspannung.

Weiter ist zu beachten, dass die Ausgänge von Schaltnetzteilen meistens eine Mindestlast brauchen, damit die Regelung korrekt arbeitet.

Gruss HB9

!
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12.03.21 09:35
Reflex-Kalle 

WGF-Nutzer Stufe 3

12.03.21 09:35
Reflex-Kalle 

WGF-Nutzer Stufe 3

Re: Sony KV1300E

Damit hier nicht das große Rätselraten weitergeht, das Netzteil ist ein "einfacher", diskret aufgebauter Buck-Converter ohne Netztrennung, der die 220V Wechselspannung in eine niedrigere 110V Gleichspannung (hatte ich doch noch richtig in Erinnerung) umwandelt.



Die rückstellbare Sicherung ist im Schaltplan am oberen Rand als Schalter S902 gegen Masse gezeichnet. Die Entmagnetisierungsschaltung mit L904/L905 wird damit gar nicht abgesichert, weil direkt nach dem Netzschalter und der Sicherung F601 angeschlossen.

Buck-Converter kann man mit etwas Vorsicht und messtechnischer Beobachtung ganz langsam "hochfahren".

Gruß

(Reflex)-Kalle

Datei-Anhänge
KV-1300e.jpg KV-1300e.jpg (237x)

Mime-Type: image/jpeg, 325 kB

12.03.21 09:52
ELEK 

WGF-Nutzer Stufe 2

12.03.21 09:52
ELEK 

WGF-Nutzer Stufe 2

Re: Sony KV1300E

Hallo,

ja, das sind ja dann Durchflußwandler (Grundschaltung ...Funktionsprinzip findet sich im Netz), mit einer Ersatzlast (Glühbirne) sollte sich das rel. gut reparieren lassen, hoffentlich sind die Wickelbauteile (Spulen, Übertrager) in Ordnung. Ich hab so eine Netzteil-Schaltung noch nicht auf dem Tisch gehabt.

Gruß Ingo

19.07.21 15:07
st92 

Einsteiger

19.07.21 15:07
st92 

Einsteiger

Re: Sony KV1300E

Hallo,
ich reihe mich hier auch mal ein.
Ich habe gestern (per Zufall) zwei KV-1300e vor der Verschrottung bewahrt und möchte gerne einen ans laufen bringen. Da bei einem Fernseher in der Röhre ein Riss ist, fällt der schonmal weg.

Den zweiten Fernseher konnte ich anschalten, nur kam kein Ton und Bild. Nach dem Tausch einiger defekten Widerstände und Elkos ist der Ton, sowie ein Bild da. Nur ist dieses leider verzerrt, wie man auf dem Bild im Anhang erkennen kann.

Weiß eventuell einer, was ich als nächstes überprüfen soll?



Gruß

Datei-Anhänge
Screenshot_20210719-150514_Photos.jpg Screenshot_20210719-150514_Photos.jpg (197x)

Mime-Type: image/jpeg, 1.076 kB

19.07.21 15:29
ELEK 

WGF-Nutzer Stufe 2

19.07.21 15:29
ELEK 

WGF-Nutzer Stufe 2

Re: Sony KV1300E

Hallo,

("Neuer Beitrag" ist immer besser !)

Der Fehler heißt "fehlende Horizontal-Synchronisation", entweder es ist nur eine Einstellungssache: Gibt es außen ein Poti "H-hold" ? Meist ist im Gerät noch ein zusätzlicher Grobsteller. Bei alten Geräten kratzen die oft, Kontaktspray oder Tausch...

Oder der Abgleich ist nicht korrekt, der müßte dann nach Anweisung (Kurzschluß 2 Meßpunkte o.ä., um das Sy-Signal zu unterbinden...) gemacht werden oder man dreht einfach am inneren Poti "H-Hold" oder "H-Frequ" solange, bis das Bild sich aufrichtet und sicher steht, auch nach dem Umschalten, für die Praxis reicht das meist.

Aber es kann auch ein Fehler vorliegen, der zu der Abweichung der Frequenz führt, das kann soweit gehen, daß man das Bild zwar aufgerichtet bekommt, es dann später aber wiederum fehlsynchronisiert, das kann ärgerlich sein, kommt aber so oft nicht (mehr) vor.

Gruß Ingo

...jetzt seh ichs erst, das sind recht wertvolle Geräte ! Mwn. die ersten volltransistorisierten Farbgeräte weltweit (ca. 1968 die erste Serie), noch vor dem COLOR20 der DDR !! Hatte dazu mal was gehört...gelesen.
Da müßte es so einen H-Hold-Poti geben !
Auf jeden Fall gut aufheben, auch den "Ersatzteilspender"

Zuletzt bearbeitet am 19.07.21 18:48

19.07.21 18:13
st92 

Einsteiger

19.07.21 18:13
st92 

Einsteiger

Re: Sony KV1300E

Tatsächlich, an der Unterseite ist ein H-Frequenz Poti. Das Bild wird jetzt korrekt angezeigt, nur leider in Schwarz/Weiß. Die Regler an der Vorderseite ändern leider nichts daran (Color, Contrast, Auto-Color). Und die Potis für RBG tönen das Bild nur jeweils etwas in ihrer Farbe.

19.07.21 18:46
ELEK 

WGF-Nutzer Stufe 2

19.07.21 18:46
ELEK 

WGF-Nutzer Stufe 2

Re: Sony KV1300E

Oft liegt fehlende Farbe an schlechtem Signal oder geringfügig fehlabgestimmtem Empfänger. Das Gerät hat einen Trommelkanalwähler, also mal prüfen, ob sich mit der Feinabstimmung ein gut scharfes Bild einstellen läßt und darüber hinaus das Bild platisch wird (betonte kanten) und weiter "Tonstreifen" enstellen lassen. Nur dann ist sicher, daß die Abstimmung auf optimalen Farbempfang überhaupt möglich ist.

Ansonsten wirds dann bissel schwieriger, kann sein, daß der PAL-Dekoder (ist überhaupt einer drin ? Wäre nicht das erste reine NTSC-Gerät) nicht korrekt arbeitet, bei späteren SONY-Geräten (90-er) war öfters der Trimm-Kondensator am Hilfsoszillator defekt. Um zb. das zu finden, müßte zunächst die Farbabschaltung deaktiviert werden, damit man sieht, woran es liegt. Bei Fehlern im Farbdekoder wird normalerweise auf s/w geschaltet (keine Farbe), damit der Kunde wenigstens noch s/w sehen kann, bei Aufhebung der Farbanschaltung ("color-killer") könnten, wenn meine Vermutung richtig ist, nun schräge und bunte Streifen im sonst stehenden Bild sichtbar sein, dann muß man genauso wie mit "H-Hold" am Trimmer versuchen, die Farbein "aufzurichten", d.h. den Farboszillator zu synchronisieren.
Sowas sucht man am besten mit einem FuBK oder Farbbalken-Testbild.

Wenn sich der Trimmer mit dem Plan finden läßt, kann man den ausnahmsweise auch mal "nach Schnauze" durchdrehen und schauen, ob Farbe kommt. Wenn das so ein störanfälliges Teil ist, muß der dann ausgetauscht werden, oder man versucht einen Festkondensator einzubauen, der dem eingestellten Wert in etwa entspricht...
Da das ein sehr altes Farbgerät ist, kann die Schaltungstechnik aber auch noch sehr aufwendig mit diskreten Bauteilen ausgeführt sein, hier kann es erforderlich werden, stufenweise den Fehler einzukreisen, das ist nur sinnvoll, wenn man den PAL-Dekoder und das PAL-Verfahren grob verstanden hat.

Wenn es nicht am Oszillator liegt, geht es am Eingang los mit dem Oszillografieren des Farbsignals, dann Burstaustastung, Regelspannung usw.

Gruß Ingo

19.07.21 19:47
HB9 

WGF-Premiumnutzer

19.07.21 19:47
HB9 

WGF-Premiumnutzer

Re: Sony KV1300E

Hallo zusammen,

eventuell liegt es auch an der Signalquelle. PAL-Fernsehsender gibt es ja nicht mehr, und bei Videorekordern und ähnlichen Signalquellen hatte ich schon den Fehler, dass die Frequenz des Farbhilfsträgers zu stark vom Sollwert abwich, was dann zu einem S/W-Bild führt. Dafür kann der Fernseher dann nichts... Also wenn möglich mit einem als gut bekannten Fernseher prüfen, ob das (Test-)Bild einwandfrei ist.

Gruss HB9

19.07.21 20:13
st92 

Einsteiger

19.07.21 20:13
st92 

Einsteiger

Re: Sony KV1300E

Danke soweit.

Also ich denke, dass es nicht an der Signalquelle liegt. Die Geräte funktionieren an meiner anderen Röhre problemlos. Da muss ich mich wohl irgendwie durchkämpfen, um den Fehler zu finden. Mit Röhrenfernseher bin ich nicht so versiert.

Und im Anhang ist ein Bild vom derzeitigen Stand.

PS:
Hier gibt's das Service Manual kostenlos zum runterladen. (Auf "KV-1300E" neben "Typ a" klicken, zum runterladen.)
https :// freeservicemanuals.info/en/servicemanuals/viewmanual/Sony/KV1300E/

Datei-Anhänge
Screenshot_20210719-201648_Photos~2.jpg Screenshot_20210719-201648_Photos~2.jpg (191x)

Mime-Type: image/jpeg, 221 kB

20.07.21 20:32
HB9 

WGF-Premiumnutzer

20.07.21 20:32
HB9 

WGF-Premiumnutzer

Re: Sony KV1300E

Hallo,

da musst du wohl mit dem Oszi dem Pfad vom Farbsignal nachgehen, um herauszufinden, wo es verstopft ist. Zuerst solltest du aber im gesamten Farbteil die im Schaltplan angegebenen Spannungen nachmessen, so findet man schnell defekte Transistoren oder Widerstände.

Am besten beginnst du dort, wo das Farbsignal abzweigt, also am Ausgang vom Block 'Video Det & AMP Q204". Wenn ein farbiges Testbild anliegt, muss man hier kurz nach dem Horizontalsynchronisationspuls den Farb-Burst sehen, der Peak-Peak-Wert sollte eine ähnliche Grösse haben wie der Synchronpuls. In der Zeile sollten die farbigen Teile entsprechend der Farbsättigung eine 4.4MHz-Komponente haben, die bei nicht allzu hellen Bereichen durchaus dominant sein kann. Falls das nicht so ist, muss man den Videoverstärker, Demodulator und Tuner unter die Lupe nehmen.

Falls hier alles gut ist, das Farbsignal auf dem Pfad Q301, Q303..Q305. Q306, Q310 verfolgen, da sollte das vom Y-Signal befreite Farbsignal sein, also ein amplitudenmoduliertes 4.4MHz-Signal mit einer Bandbreite von etwa 1MHz. Dabei den 'Killer' Q309 prüfen, der schaltet das Farbsignal bei Q310 ab, wenn das Videosignal als "nicht farbig" klassiert wird (also normalerweise bei einer 'echten' S/W-Sendung ohne Farbburst), um Farbflimmern zu vermeiden.
Falls hier noch alles gut ist, das Flipflop prüfen (Q307, Q308), hier sollte an den Transistoren ein Rechteck mit der halben Zeilenfrequenz vorhanden sein.
Falls das auch gut ist, kommt der schwierigste Teil, nämlich die Erzeugung des Farbträgers und Synchronisation mit dem Farbburst. Wie das hier genau gemacht ist, habe ich noch nicht durchschaut, es muss mit den Blöcken unterhalb vom Flipflop zu tun haben. Irgendwo muss es einen 4.433MHz-Oszillator geben, der mit einer PLL phasenstarr mit dem Farbburst synchronisiert wird. Dazu braucht es zusätzliche Schaltungslogik, da der Burst ja nur kurz nach dem Horizontalsynchron-Puls vorhanden ist und für den Rest der Zeile der Oszillator mit konstanter Frequenz weiterschwingen muss. Hier ist zu beachten, dass der Farbburst in jeder Zeile invertiert wird, während der Oszillator eine konstante Phasenlage haben muss.
Das Ausgangssignal des Oszillators führt zum Farbdemodulator, der im Wesentlichen aus zwei Synchrondemodulatoren besteht, welche R-Y und B-Y liefern, und einer gewichteten Addition dieser Signale, welche G-Y ergibt.

Viel Spass bei der Fehlersuche!

Gruss HB9

Zuletzt bearbeitet am 20.07.21 20:39

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