125 Jahre Fernseh-Patent: Farbfernsehen mit der Nipkowscheibe
Liebe Leserinnen und Leser,
seit Jahren schon beschäftige ich mich mit dem frühen mechanischen Fernsehen. Insbesondere die Nipkowscheibe hatte es mir schon als Jugendlichen angetan, mit 14 Jahren träumte ich davon, mal einen Fernseher mit Nipkowscheibe zu bauen, mit dem man Farbfernsehen kann. Im Januar dieses Jahres bin ich nun 50 geworden und erfüllte mir diesem Traum.
Am 15. Januar vor 125 Jahren, also im Jahr 1885, wurde Paul Nipkow das weltweit erste Fernseh-Patent (rückwirkend für 1884) erteilt. Und genau in diesen Tagen betrieb ich die Nikowscheibe, die weitgehend den Spezifikationen des Nipkowschen Fernsehpatents entsprach, in Farbe. Empfangbar sind alle Fernsehprogramme, die über DVB-t hereinkommen. Anstelle der ursprünglichen 24-Zeilen-Norm verwende ich aber eine 32-Zeilen-Norm.
Mittels des Aurora-Weltkonverters wird das übliche TV-Signal auf das 32-Zeilen-Format konvertiert und in RGB ausgegeben. Das Bild ist 2 cm. breit und 3 cm. hoch, und Personen sind trotz dieser geringen Bildauflösung hervorragend zu identifizieren.
Hier sind ein paar Links, die die Farbbildwiedergabe und das Gerät zeigen:
Wegen der geringen Framerate von 12,5 Bildern / Sek. ist es sehr schwierig, die Nipkowscheibe zu filmen. Ein schwarzer störender Balken läuft ständig durch das Bild, und auch der Autofokus verstellt ständig die Bildschärfe, weil die Scheibe sich ja bewegt und sich dreht. Dennoch gibt das folgende Video einen kleinen Eindruck wieder:
!!!
Fotos, Grafiken nur über die
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!!! Keine
Komplett-Schaltbilder, keine Fotos, keine Grafiken, auf denen
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Re: 125 Jahre Fernseh-Patent: Farbfernsehen mit der Nipkowscheibe
Hallo Eckhard,
Das ist ja echt klasse daß jemand so etwas einmal ausprobiert hat. Ich habe das als junger Bengel auch einmal versucht mit alten Schallplatten als Scheibe. Aber so richtig klappte es nicht wegen einer trägheitslosen Lichtquelle, aber die Photozelle habe ich noch.
Aber sag mal hast Du schonim Net Bilder davon. Ich habe diese Apparatur schon mal mit Bildern von ABBA gesehen und das fand ich so witzig.
Der Weg vom ersten fliegenden Versuchsaufbau auf dem Schreibtisch über das erste Gehäusemodell bis hin schließlich zum letzten Stand ist ausführlich beschrieben auf meiner Webseite
Das erste Gerät im Holzgehäuse mit Schwarzweiß-Wiedergabe wurde 2005 fertig gestellt. Das jetzige Gerät kann durch einfaches Umstecken oder Umschalten von Schwarzweiß auf Farbe umgestellt werden. Es kann sowohl mit einfachem Y-Signal als auch mit RGB angesteuert werden.
Beste Grüße Eckhard . - Richtige Fernseher haben Röhren!
Re: 125 Jahre Fernseh-Patent: Farbfernsehen mit der Nipkowscheibe
Hallo Eckhard.
Das ist ja mal echt abgefahren.Ich konnte bisher so ein Gerät noch nicht in Aktion erleben,konnte mir auch nie so recht vorstellen,ob das wirklich funktioniert. Glückwunsch!
Re: 125 Jahre Fernseh-Patent: Farbfernsehen mit der Nipkowscheibe
Hallo Eckhard,
es ist schon wirklich eine tolle Leistung, den Spuren Paul Nipkows folgend, eine solche Apparatur funktionstüchtig zu bauen. Mein grösster Respekt! In einem Fachbuch über die Entwicklung der Fernsehtechnik (vor Jahren verliehen und nie zurück bekommen, was mich besonders ärgert) wurden auch weitere mechanische Abtastsysteme beschrieben. Sehr interessant finde ich den Spiegelrad-Abtaster von Prof. Ernst Karolus und den Spiegelschrauben-Abtaster. Es wurden damit immerhin Auflösungen bis 180 Zeilen realisiert! Sehr beachtlich, wie ich meine.
Im zitierten Buch wird auch Ursula Patzschke aus Berlin als erste Fernsehansagerin gezeigt. Das per Nipkowscheibe aufgenommene Bild hat eine Auflösung von 30 Zeilen.
Re: 125 Jahre Fernseh-Patent: Farbfernsehen mit der Nipkowscheibe
Hallo Eckhard Ich zieh echt den Hut,meine Grösste Achtung vor deiner leistung mit der der Nipkoscheibe,habe mir mal das video angesehen und mus sagen das das eine Großartig leistung ist.
Die Spiegelschraube ist auch was ich noch nie gesehen habe,echt eine großartige sache was sich manche einfallen lasen. Lg Markus
Re: 125 Jahre Fernseh-Patent: Farbfernsehen mit der Nipkowscheibe
Hallo Fernsehfreunde,
der Legende nach ist die Grundidee für das Fernsehen (wie so viele Erfindungen) aus einer nüchternden Alltagsbegebenheit entstanden. Beim Umzug Nipkows passten Möbelstücke als Ganzes nicht durch eine Tür. Die banale Lösung: "Dann zersägen Sie es doch und setzen anschliessend alles wieder zusammen!" Das war der Zündfunke für´s Fernsehen, wenn man dieser Geschichte glauben soll. @ Eckhard: Habe ich das so richtig in Erinnerung?
Re: 125 Jahre Fernseh-Patent: Farbfernsehen mit der Nipkowscheibe
Hi In den USA sagt man das sich ein Farmer namens Farnsworth eim Ackerpflügen sich den Gepflügten Acker ansah und auf die idee gekommen sein will das sich ein Fernsehbild genau so wie beim Ackerplügen aufbeut, Ich habe das mal beim Discovery Channel gesehen,diese Sendung hies Sciense mit dem Schwerpunkt Die Grössten Erfindungen,Darunter auch die Nipkoscheibe. Lg Markus
Re: 125 Jahre Fernseh-Patent: Farbfernsehen mit der Nipkowscheibe
Hallo Markus,
Ein bedeutender Pionier der elektronischen TV-Technik ist der russischstämmige, amerikanische Ingenieur, Physiker und Erfinder Wladimir Zworykin. Sein "Ikonoskop" war die weltweit erste elektronische Bildabtast-Röhre.
Der Amerikaner Philo Farnsworth, sowie der deutsche Fernsehpionier Manfred von Ardenne gelten als Väter des Fernsehens auf rein elektronischer Basis, also ohne mechanische Komponenten. Sie nutzten ebenfalls auf der Geber- wie auch auf der Empfängerseite Elektronenstrahlröhren als Bildwandler.
Der schottische Fernsehpionier John Logie Baird musste nach zähem Ringen einsehen, dass dem elektronischen Fernsehen die Zukunft gehören würde.
Die Elektronenstrahlröhre (s.a. "Kathodenstrahlröhre") wiederum wurde von dem deutschen Physiker Karl Ferdinant Braun im Jahre 1897 erfunden.
Braun dachte zunächst garnicht an eine Anwendung seiner Erfindung für Fernsehzwecke (Anm.: Angeblich wäre er sogar darüber sehr erzürnt gewesen). Erst durch die Weiterentwicklung der Braun´schen Röhre durch den deutschen Physiker Arthur Rudolph Berthold Wehnelt (Bündelung und Helligkeitssteuerung des Elektronenstrahls) entstand ein ideales Bauteil für die Fernsehtechnik.