Allstrom-Radios, die für unterschiedliche Netzspannungshöhen ausgelegt wurden, haben fast immer den Nachteil:
Zwar wird die Heizspannung der Röhren durch Spannungswähler / Umschalter / Umstecker an die Netzspannungsverhältnisse angepasst, aber die Geräte-Anodenspannung sinkt oder steigt unerwuenscht in Relation zur bereitstehenden Netzspannung.
Daraus entsteht für die Röhrenstufen eine Leistungsverminderung und auch in den Vorstufen eine Empfangsleistungsverringerung, wenn die Netzspannung reduziert wurde. Ein Umstand, der vielleicht nicht Jedem so bekannt ist... ?
Ein Gerät, dass von 110 bis 240 Volt arbeiten kann, hat also doch eine schon merkbare Differenz der erzielbaren Anodenspannungen, die eben auch erkennbare Auswirkungen haben können.
Schaltungsbeispiel:
Die Anodenspannung fällt in Abhängigkeit von der Netzspannung trotz der Lade/Sieb-Elkos und des Gleichrichterröhren-Innenwiderstands und der Siebdrossel ab.
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Welchem Umstand ist der Effekt geschuldet? Rein theoretisch sorgen doch ein Spartrafo, Spannungsverdoppler oder entsprechende Widerstände für die richtig angepaßten Arbeitsspannungen. Wo tritt der Verlust auf und wie wirkt man ihm entgegen?
Wumpus:Die Anodenspannung fällt in Abhängigkeit von der Netzspannung trotz der Lade/Sieb-Elkos und des Gleichrichterröhren-Innenwiderstands und der Siebdrossel ab.
das muss auch so sein, da die Netzspannung direkt auf die VY1 gelangt und keinerlei Anhebung erfährt. Bei höherer Netzspannung steht also eine höhere Ua bereit und umkehrt.
Der Spannungsschalter bewirkt im Beispiel lediglich eine Anpassung der Heizspannung bzw. des -stroms.
deine Maßnahmen kosten natürlich alle Geld, wie du weißt.
Mit nur 110 Volt Netzspannung wurden in den USA Millionen von Allstromgeräten vom Typ "All American Five" http://en.wikipedia.org/wiki/All_American_Five betrieben. Obwohl der All American Five das Billig-Röhrenmassenradio schlechthin auf dem amerikansichen Markt war, gibt es keine deutsche Wikipedia-Seite darüber. Die Schaltungvarianten sind im Laufe der Zeit immer mehr nach Kostengesichtspunkten optimiert worden. Das war nicht immer gut. Wenn die Skalenlampe durchbrannte, dann bekam ein parallel dazu geschalteter Heizfaden zu viel Spannung ab. Aber das Radio spielte wenigstens noch eine Weile. Den Schaden hatte dann der Kunde. Manche Geräte hatte keine konsequente Isolation zum Chassis, das unter Netzspannung stand. Die Kunden bekamen beim Berühren von Schrauben einen Schlag. Alles sehr abenteuerlich. Es gab sogar eine 32-Volt-Version als Farmradio für Batteriebetrieb. Mit 32 Volt Anodenspannung war das Radio allerdings recht taub.
Wie war denn das eigentlich mit den Allstrom-Fernsehern in den USA am 110-Volt-Netz? Das ging doch auch. USA ist und war eine Fernsehnation.
ja, die Spannungsumschaltung bei Allströmern war wohl immer nur eine Notlösung. Wer es sich leisten konnte hat sicher eher einen Aufwärtstransformator genutzt. Wer es selbst zustande brachte, konnte auch eine Spannungsverdopplerschaltung einbauen (mit 2. Gleichrichter). Andererseits hat die empfindliche VY1 vielleicht an 110 V wegen des geringeren Anodenstroms länger gehalten.
Guten Abend, Bei Wechselstrom-Schaltungen von Fernsehgeräten wurden 2 verschiedene Verdoppeler-Schaltungen angewand. Bei Grammont in Frankreich (1951) wurde die Anodenspannung verdoppelt, die Heizung kam aus dem Spartrafo!
In Japan und den USA wurden ebenfalls Schaltungen zur Verdoppelung eingesetzt, die Heizkreise wurde in 2 Stränge geteilt und so reichten auch 90/100 Volt/Japan bzw. 117 Volt/USA.
In Australien waren Allstromgeräte zumindest ab Fernseheinführung streng verboden. Deutsche Fernseher die nach Australien verkauft oder dort in australische Gehäuse eingesetzt wurden, bekamen einen australischen Trenntrafo verpaßt. Australier haben alle einen etwas überdimensionierten Netztrafo.
In Brasilien wo man ebenfalls verschiedene Netzspannungen vorfand, wurde auch mit Spannungsverdoppelung gearbeitet, z.B. Inelca.
Bei den westlichen europäischen Mittelmeeranreinern wurden überwiegend Netztrafos eingesetzt.
was mich bei den Allstromradios für umschaltbare Netzspannungen eben "umtreibt", ist die Erkenntnis, dass die Industrie den Umstand der Leistungsverringerung bei Netzspannungen, die geringer als die Maximal-Spannungs-Wahl waren, einfach nicht ansprach.
Mir ist jedenfalls derzeit keine Bedienungsanleitung in Erinnerung, wo es einen entsprechenden Hinweis gab.
Auf Schaltbildern gibt es hin und wieder Angaben an Röhrenanoden für unterschiedliche Netzspannungen. Da sieht man dann schnell, wie groß z.B. der Unterschied zwischen 110 Volt und 220 Volt diesbezüglich sein kann.